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28.07.1995

Spekulationen um eine Uebernahme verstummen nicht Die Sybase Inc. macht zwei Quartale nacheinander Verlust

FRAMINGHAM (IDG) - Im zweiten Quartal des laufenden Geschaeftsjahres musste die Sybase Inc. in Hoehe von 9,2 Millionen Dollar hinnehmen. Damit bewegt sich der Datenbankspezialist seit zwei Quartalen in den roten Zahlen. Immer wieder auftauchende Uebernahmegeruechte und Spekulationen darueber, dass der "SQL-Server System 11" erst spaeter als angekuendigt verfuegbar sein wird, duerften nicht gerade zum Optimismus der Anwender beitragen.

Finanzanalysten und Sybase selbst bringen den neuerlichen Verlust in Zusammenhang mit einer ausserordentlichen Belastung von 20 Millionen Dollar, die der Datenbankanbieter fuer den Kauf des franzoesischen Tool-Herstellers SDP S.A. aufbringen musste. Beim Gesamtumsatz konnte sich Sybase gegenueber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 26 Prozent verbessern. Die Einnahmen beliefen sich auf 240 Millionen Dollar, der Vorsteuergewinn auf 6,8 Millionen Dollar. Trotz des Nettoverlustes verzeichnete der Aktienkurs des Datenbankanbieters nach Bekanntgabe des Ergebnisses ein Plus von sieben Prozent. Allerdings haette der Absatz von System 10 besser sein koennen, raeumte Hoffman ein. "Viele Probleme des ersten Quartals haben sich im jetzigen Berichtszeitraum wiederholt. Aber wir haben Fortschritte erzielt", sagte er.

Verspaetungen bei System 11 schliesst Sybase kategorisch aus. Tatsaechlich liege die Entwicklung des Hochleistungsnachfolgers von System 10 "voll im Plan". Die Auslieferung der Betaversion sei fuer den 31. Juli vorgesehen, erklaerte Mark Hoffman, Chairman, Chief Executive Officer und President des Datenbankanbieters aus Emeryville, Kalifornien. Lieferbar soll das System noch vor Ende des Jahres sein.

Einige amerikanische Anwender und Analysten zeigen sich allerdings besorgt, dass die ueberraschend aufgetretenen Finanzprobleme im ersten Quartal und der Versuch, die vier in den vergangenen zwoelf Monaten uebernommenen Unternehmen einzugliedern, Sybase von seinen Produktplaenen abgelenkt haben koennten.

Die wachsende Popularitaet von Data-Warehouse-Applikationen hat laut Jim Moore, Analyst beim Brokerhaus Alex Brown & Sons, die Schwaeche von System 10 auf Multiprozessor-Maschinen deutlich gemacht - besonders im Vergleich mit Produkten von Informix und Oracle. "Sie werden sich schwertun, bis System 11 lieferbar und etabliert ist", prophezeit Moore.

Ausserdem stroemen aus der Geruechtekueche weitere Spekulationen um eine moegliche Uebernahme von Sybase. Als potentielle Kaeufer werden IBM, Sun Microsystems, Microsoft und EDS gehandelt. Da hilft es wenig, dass die genannten Firmen solche Plaene in Abrede stellen und auch Hoffman eine Uebernahme ausschliesst: "Diese Geruechte entbehren jeder Grundlage. Wir wollen ein unabhaengiges Softwarehaus bleiben." Der seit April um 28 Prozent auf zuletzt 30,63 Dollar gefallene Aktienkurs macht Sybase anfaellig fuer einen unfreundlichen Uebernahmeversuch.