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20.01.1995

Spekulationen verdichten sich Cable & Wireless zeichnet sich fuer Veba AG als erste Wahl ab

DUESSELDORF (gh) - Die Spekulationen um weitere deutsch-britische Telecom-Allianzen halten an. Rund eine Woche nach dem Bekanntwerden der Kooperation zwischen British Telecom und der Viag-Gruppe verdichten sich die Hinweise darauf, dass der Duesseldorfer Mischkonzern und Viag-Konkurrent Veba mit Cable & Wireless handelseinig werden koennte.

Insider wollen schon laenger von einer sich anbahnenden Allianz zwischen dem britischen Carrier und dem deutschen Energieversorger wissen. Aus dem Londoner Umfeld von Cable & Wireless sickerten nun erste Einzelheiten einer moeglichen Zusammenarbeit durch. Danach liebaeugelt die Veba AG mit einer Zehn-Prozent-Beteiligung bei Cable & Wireless und der Gruendung einer gemeinsamen Tochtergesellschaft, die in erster Linie auf dem kuenftig liberalisierten deutschen Markt fuer Telefondienste agieren soll.

Veba-Sprecher Norbert Jaeger dementierte jedoch gegenueber der CW Meldungen, wonach beide Unternehmen kurz vor einer Einigung stehen. Man fuehre nach wie vor Gespraeche mit "mehreren in Frage kommenden internationalen Partnern". Auch die Tatsache, dass mit der Muenchner Viag AG ein kuenftig direkter Wettbewerber durch den Deal mit British Telecom schneller seine Claims im deutschen Telecom-Markt abgesteckt hat, werde das Veba-Management nicht zu "Schnellschuessen verleiten". Man hoffe jedoch, so Jaeger, nun moeglichst bald "zu einem Abschluss zu kommen".

Naegel mit Koepfen machten die Duesseldorfer offensichtlich bereits in Sachen alternative Netze. Seit Herbst 1994 liegen Bundespostminister Wolfgang Boetsch Antraege der Veba-Tochter Vebacom, der RWE Energie AG sowie der E-Plus Mobilfunk GmbH zur vorzeitigen Freigabe der entsprechenden privaten TK-Netze fuer Dritte vor. Nachdem Boetsch die Antragsteller Ende Dezember mit Hinweis auf die noch nicht abgeschlossene Auswertung des zweiten Teils des EU-Gruenbuchs zur Netzinfrastruktur vertroestet hatte, bereiten die drei genannten Unternehmen nun eine Beschwerde an die EU-Kommission vor. Diese wird sich dem Vernehmen nach unter Berufung auf Artikel 86 und 90 des EG-Vertrages gegen die Ausuebung des Uebertragungswege-Monopols durch die Deutsche Telekom AG richten.

Neben dem klassischen Telecom-Geschaeft streckt die Veba AG die Fuehler auch in Richtung Multimedia aus. So wird seit Wochen ueber Kontakte zur Bertelsmann AG berichtet, wo es um einen Einstieg bei dem von der Bruesseler EU-Kommission momentan auf Eis gelegten Pay- TV-Unternehmen Media Service GmbH (MSG) gehen soll. Ueber den Stand der Sondierungsgespraeche, an denen auch Daimler-Benz, RWE und Thyssen beteiligt sind, gab Veba keine Auskunft.