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Burroughs-Chef Blumenthal beruhigt die europäischen Anwender:


11.07.1986 - 

Sperry-Architektur soll beibehalten werden

MÜNCHEN/LONDON (CW) - Auf "unbegrenzte Zeit" wird Burroughs sowohl seine eigene Systemarchitektur als auch die von Sperry weiterführen. Dies versprach der Vorstandsvorsitzende der US-Muttergesellschaft, Michael Blumenthal, jetzt in London den verunsicherten europäischen Anwendern. Gleichzeitig wurde der neue Europa-Chef Graham Murphy vorgestellt.

Die europäische Sperry-Benutzervereinigung "Sperry User Association Europe" (SUAE) reagierte auf die Ankündigung des Firmenbosses prompt - und sehr loyal. Von Wien aus verbreitete der SUAE-Präsident, Bernhard R. Bachmann von der Schweizerischen Bankgesellschaft in Zürich, auf offiziellem Sperry-Briefpapier eine Ergebenheitsadresse an den neuen Herrn des DV-Hauses; darin hieß es, die Gespräche des Anwendervereins mit den Führungsspitzen von Burroughs und Sperry seien "offen, konstruktiv und ermutigend" verlaufen. Lobt Bachmann: "Sowohl Blumenthal als auch Kroger (die Chairmen der Firmen, Anm. d. Red.) gaben uns die volle Garantie, daß der Zusammenschluß die Investitionen der Kunden schützen wird, so daß auch künftig unsere Interessen bestens vertreten werden."

Auch die Statements aus dem Hause Burroughs zielen darauf ab, daß sich auf der Seite der unruhig gewordenen Anwender die Wogen wieder glätten. Wichtigster Punkt ist die Zusage, daß der selbständige Sperry-Vertrieb bestehen bleibt. Um dennoch das Ziel verwirklichen zu können, die zwei Teilunternehmen gemeinsam zu führen, gründet Burroughs eine "Management-Dachgesellschaft" mit neuen Nahmen. Auf die Bekanntgabe von Details verzichteten die Manager allerdings vorerst; dabei beriefen sie sich auf die rechtlichen Vorschriften in den USA, die solche Äußerungen erst zuließen, wenn die Fusion rechtskräftig abgeschlossen ist.

Mittlerweile steht aber fest, mit welcher Sparmaßnahme im Konzern angefangen werden soll. Von den zwei Halbleiterwerken der Gruppe soll demnächst eines stillgelegt werden. Die ursprüngliche Schätzung Burroughs könne dank der Fusion jährlich 150 Millionen Dollar einsparen, bezeichnet Vorstandschef Blumenthal inzwischen als "konservativ". Heute gehe er davon aus, daß sich ein deutlich größerer Betrag erzielen lassen müsse.

Im europäischen Management von Burroughs hat es inzwischen übrigens - unabhängig von der Sperry-Transaktion - eine Veränderung gegeben. Neuer Europa-Chef mit Sitz in Uxbridge bei London ist Graham Murphy, der zuletzt für das Südpazifik-Geschäft zuständig war. Murphys Vorgänger, Eric McGlone, ist nach 32 Jahren bei Burroughs in den Ruhestand getreten. Im deutschen Management bleibt vorerst alles beim alten, jedoch zieht die Niederlassung zum 1. Oktober nach Frankfurt um - ins "Bürocenter an der Messe". Graham gibt sich optimistisch, was eine Expansion der (noch recht kleinen)* Deutschland-Tochter angeht. Die Bundesrepublik sei "einer der wichtigsten Zielmärkte in Europa", und um hier endlich die Umsätze nach oben zu bringen, will der neue Europa-Boß die GmbH "tatkräftig unterstützen".

"Keine selbstzerstörerische Verschmelzung"

Aus der offiziellen Stellungnahme der Burroughs GmbH zur Europa-Visite der Chairmen Blumenthal und Kroger:

- "Es wird eine neue Gesellschaft mit neuem Namen als "Dachgesellschaft" gegründet. Unter diesem gemeinsamen "Management-Dach" werden sowohl Burroughs als auch Sperry mit den Hauptprodukten und getrenntem Vertrieb selbständig unverändert am Weltmarkt operieren. Für alle Kunden bleiben damit die Gesprächspartner beider Unternehmen aus der Vergangenheit auch in Zukunft dieselben."

- Burroughs und Sperry verpflichten sich die eigenen Mainframe-Serien weiterzuentwickeln und zu erhalten. Damit wird die Kontinuität für alle Kunden und deren Software-lnvestitionen sichergestellt.

- Burroughs und Sperry haben sich eindeutig entschieden, nicht den möglicherweise selbstzerstörerischen Kurs der Systemverschmelzung zu gehen.