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23.11.1984 - 

Der Sechste der Top 100 der US-Computerindustrie geht endgültig in die IBM-Opposition:

Sperry schwenkt voll auf die Unix-Linie ein

LAS VEGAS (CW) - Unix steht jetzt auf fast allen Sperry-Rechnern zur Verfügung. Auf der Comdex/Fall `84 in Las Vegas stellte das Unternehmen dieses Betriebsystem für seine Produkte vom Mikrocomputer bis hoch zu den Großrechnern der 1100-Serie vor. Daneben kündigte Sperry noch Supermikros unter der Bezeichnung 5000 sowie 32-Bit-Minis an, die jeweils unter Unix laufen (siehe auch Kolumne, Seite 9).

Am unteren Ende bietet Sperry jetzt für seine IBM-PC-Kompatiblen Mikrocomputer das Unix-Derivat Xenix 3.0 von Microsoft an. Dies wird für die Modelle 40, 45 und 50 sowie die Festplattenversion des tragbaren Mikros verfügbar sein. Xenix 3.0 benötigt mindestens 512 KB Arbeitsspeicher sowie eine 10-MB-Platte und wird knapp 400 Dollar kosten.

Die 1100-Mainframers sollen unter der AT&T-Unix-Version V laufen, die bei Sperry den Namen SX 1100 bekommen hat. Dabei soll SX 1100 als Subset, quasi als normale Anwendung unter dem Standardbetriebssystem der 1100-Serie laufen.

Die neue Mikrocomputerserie 5000 arbeitet mit dem Motorola-Prozessor 68000 und umfaßt zunächst vier Modelle für maximal 64 Benutzer. Die Verarbeitungsleistung wird von Sperry mit 0, 7 bis 3, 2 Millionen Instruktionen pro Sekunde (Mips) angegeben. Die Preisspanne reicht von 15 000 bis 150 000 Dollar. Die Auslieferungen der Modelle 5000/20 und 40, die von NCR gefertigt werden und den Tower-Modellen entsprechen, sollen Ende Januar beginnen. Die größeren Modelle 40 und 60, OEM-Lieferant ist die Arete Systems Corp., enthalten bis zu vier 68000-Prozessoren. Lieferbar sind die Arete-Produkte im März 1985.

Die Unix-Version V für die 5000-Linie wird, abhängig von der Zahl der Benutzer, zwischen 1250 und 22 500 Dollar kosten. Parallel zu der Hardware-Ankündigung stellte Sperry Software für die Büro- sowie die Fertigungsautomation vor, die auf der neuen Mikrofamilie ablaufen soll.

Das Büroautomationspaket umfaßt Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbankanwendungen sowie Grafik und soll zwischen 3500 und 20 000 Dollar kosten. Die Fertigungssoftware beinhaltet Finanzanwendungen, Transaktionsanalyse sowie Inventur.

Mit Unix in der AT&T-Version sowie der Programmiersprache "C" arbeitet ein Supermini, den Sperry jetzt ebenfalls auf der Comdex/Fall `84 in Las Vegas vorstellte. Der Rechner soll eine Leistung von rund 7, 7 Millionen Instruktionen pro Sekunde haben, die durch maximal acht AMD-2901-Prozessoren in Bit-Slice-Technik erreicht wird.

Das Modell 7000/40, das von der Computer Consoles Inc. produziert wird, kommt mit vier bis acht Megabyte Hauptspeicher. Es kann Herstellerangaben zufolge drei Instruktionen gleichzeitig verarbeiten (Kaufpreis zwischen 160 000 und 300 000 Dollar). Ab Februar soll das System ausgeliefert werden. Nach Aussagen des Sperry-Managements zielt die neue Maschine auf die VAX-Familie von Digital Equipment einschließlich der jüngst angekündigten 8600.

Zunächst unterstützt die 7000/40 die Berkeley-Unix-Version 4.2, soll aber laut Sperry-Direktor Neal Waddington etwa ab Mitte 1985 auch Unix V bieten. Während die 4.2 Variante vor allem für den technisch-wissenschaftlichen Bereich interessant sei, soll Unix V, das auch eine Verbindung zur IBM-Welt ermögliche, die kommerziellen Benutzer ansprechen. Die Unix-Version 4.2 wird zwischen 10 000 und 22 500 Dollar kosten.

Schließlich präsentierte Sperry in Las Vegas noch zwei Terminals für Unix-Umgebungen. Die Geräte SVT 1210 und 1220 kosten knapp 700 beziehungsweise 800 Dollar und emulieren die Terminals VT100/220 von Digital Equipment.

Für den deutschen Markt ist etwa zum Jahreswechsel mit den Unix-Ankündigungen zu rechnen. Ein Sprecher der Sperry GmbH meint dazu, man wolle auf ein reines Hardware-Announcement verzichten. Zur Zeit seien verschiedene Softwarehäuser wie SCS oder mbp dabei, Anwendungslösungen zu entwickeln, mit denen man dann samt Hardware an die Öffentlichkeit treten wolle.