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08.11.1985 - 

Im ersten Halbjahr tief in die Verlustzone gerutscht:

Sperry stoppt Entwicklungsprojekt Orion

MÜNCHEN (CW) - Sperry will die Mainframe-Architektur seines Großrechnersystems Serie 1100 nicht wie ursprünglich geplant auch als Desktop anbieten. Das unter dem Namen Orion bekannte Entwicklungsprojekt wird Aussagen des amerikanischen Herstellers zufolge durch eine Konzentration auf den Unix-kompatiblen Supermikro der Serie 5000 ersetzt.

Mit Orions "Aus" ändert sich wohl auch Sperrys Strategie, eine durchgängige "Top-to-Bottom-Lösung" zu schaffen - ein Ziel, das beispielsweise Digital Equipment Corp. mit der Ausdehnung der VAX-Architektur auf die Mikro-Ebene bereits verwirklicht hat. Erweiterungen und Ankündigungen im Unix-Bereich für Tischund Mehrplatzsysteme wie die Serie 5000 und das PC-IT-Netzwerk deckten die Anforderungen des Marktes und der Kunden ab, meinen Michael Maynard, Leiter der Sperry-Pressestelle in Übersee, und Heinz Stalter, deutscher Marketing-Manager Universalrechner.

"lm Hinblick auf die großen Erfolge im Vertrieb von Unix-Systemen in den vergangenen Monaten hat sich Sperry entschlossen, die Weiterentwicklung von Orion in der bisher gedachten Form nicht weiterzuführen", erklärt Stalter. Nach wie vor arbeite der Hersteller allerdings an einer Weiterentwicklung von Chip-Set-Basistechnologien und der Zielsetzung, für OS-1100 Hardware im Leistungsbereich bis zu 100 Mips anzubieten. Mit der Ankündigung eines OS-1100-Systems aus dieser Entwicklung werde im Frühjahr 1986 gerechnet.

Gleichzeitig mit dem Stopp des Orion-Projektes bestätigte das Unternehmen, im Laufe des letzten Monats 255 Mitarbeiter aus den Bereichen Produktion und Entwicklung entlassen zu haben. Mit den Worten, "Diese Kündigungen stehen in keinerlei Zusammenhang mit bestimmten Projekten", wehrt Maynard weitergehende Vermutungen ab.

Optimistisch gibt sich Sperry hinsichtlich der Geschäftslage: Mit einem Umsatzplus von weltweit 22,1 Prozent auf 2,537 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres (Beginn 1. April) zeigte man sich zufrieden. Wenig Anlaß zum Jubeln gibt jedoch der Nettoverlust in Höhe von 136,4 Millionen Dollar, den das Unternehmen in den letzten sechs Monaten einfuhr. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte man noch mit einem Reingewinn von 119,6 Millionen Dollar aufgewartet.

Allerdings ist, so Sperry, im ausgewiesenen Verlust eine Wertberichtigung in Höhe von 220 Millionen Dollar enthalten. Sie resultiert aus der Aufgabe der Landmaschinen-Tochter New Holland. Damit seien die Verkäufe der Nicht-High-Tech-Produktsparten abgeschlossen, so daß Sperry nunmehr als reiner Technologiekonzern gelte.