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05.03.1999 - 

Spezialwerkzeuge für SAP-Administratoren

Spezialwerkzeuge für SAP-Administratoren System-Management: Prozesse mit einbeziehen

MÜNCHEN (ue) - Klassisches System-Management konzentriert sich bislang ausschließlich auf die Verwaltung von IT-Infrastrukturen. Die Einführung komplexer ERP-Systeme verlangt jedoch außer der rein technischen auch eine prozeßorientierte Sicht. Erste Tools dazu kommen für das R/3-Umfeld. Das Monitoring erfolgt für R/3, Datenbank, Netzwerk und Betriebssystem. Da sich Reports für einzelne Benutzer und Gruppen in bezug auf eine Applikation erstellen lassen, ist auch ein auf Geschäftsprozesse abgestimmtes Service Level Agreement (SLA) möglich. Die Schwächen von Envive sieht AMR derzeit noch im niedrigen Automatisierungsgrad. Die Firma Luminate hat als enger SAP-Technologiepartner ein System-Management entwickelt, das R/3 von der Planung über die Implementierung bis hin zum Betrieb überwacht. Hervorzuheben sind laut AMR die Werkzeuge für eine langfristige Kapazitätsplanung und zur Gestaltung von SLA-Reports. Als nützlich erweist sich, daß kritische Systemzustände auch auf Geschäftsprozesse bezogen werden können. Als Nachteil bemerken die Analysten die zur Zeit noch auf eine Oracle-Datenbank eingeschränkte Verwendung von Luminate. Das von allen drei Herstellern vollständigste R/3-System- Management bietet AMR zufolge Optisystems. Die im Herbst 1998 eingeführte und mittlerweile fast vollständige Suite soll weit über das Monitoring von SAP-Umgebungen hinausgehen. Sie korreliert in Echtzeit zwischen Prozeßanomalien und Performance, die Sammlung der Systemdaten ist in beliebigen Intervallen möglich. Hinzu kommt, daß die Architektur im Vergleich zur Konkurrenz deutlich weniger Ressourcen beansprucht. Das bislang noch fehlende SLA- Reporting wird in Kürze nachgeliefert. Die zweite Herstellerkategorie wird auch unter dem Begriff Minisuite-Vendors oder Multi-ERP-Solutions zusammengefaßt. Hierzu gehören Firmen wie BMC, Candle und Platinum. Bezeichnend für die Lösungen ist ihre Agententechnik, die jetzt über den Bereich von Betriebssystemen und Datenbanken hinaus für das ERP-Umfeld erweitert wird. An vorderster Stelle steht dabei R/3 mit den CCMS- APIs. Allzu tiefgreifende Technikinformationen sollte sich der SAP-Administrator jedoch nicht von diesen Tools versprechen. Sie unterstützen in erster Linie bei der Fehlererkennung und tragen mehr als CCMS zur Problembehebung bei. Wer ein umfassendes System-Management komplexer R/3-Systeme in heterogener Umgebung anstrebt, dem bleibt nur die Wahl zwischen Framework-Anbietern wie Computer Associates, Hewlett-Packard und Tivoli. Auch hier kommen Agenten, Ereigniskonsolen und Korrelationsmechanismen zum Einsatz, die nach und nach auch das ERP-Umfeld erschließen. Informationen für das Applikations- Management von R/3 erhalten sie über Log-Files (SAP MIB), über die Prüfung von R/3-Prozessen sowie über das Event-Management von CCMS. Zielgruppe sind allerdings System- und nicht SAP- Administratoren. Das wird auch aus den Schwachstellen der Frameworks deutlich: Bei der Diagnose und Behebung eines größeren Problems mit einer R/3-Applikation helfen sie kaum. Das Gartner-Fazit: Die Frameworks eignen sich für globale System- Management-Strategien, in denen R/3 eine zentrale Rolle spielt. Weitaus eingeengter ist das Spektrum der Minisuite-Anbieter, deren SAP-Tools sich auf das Monitoring einer R/3-Infrastruktur konzentrieren. Erfahrene SAP-Administratoren sollten als CCMS- Ergänzung auch eines der Spezial-Tools in Erwägung ziehen. Konzernen wird allerdings geraten, sich nicht ausschließlich auf eine dieser Produktkategorien zu beschränken. Der ERP-Administrator Der Stillstand einer Applikation ist häufig auf Fehler der Benutzer und Administratoren sowie auf spezielle Softwareschwächen zurückzuführen. Laut Gartner sind deshalb im Durchschnitt 40 Prozent aller Probleme nicht vorhersehbar - Reaktionen darauf also auch nicht planbar. Als Konsequenz daraus empfehlen die Analysten, die Stelle eines spezialisierten "ERP-Administrators" einzurichten. Dieser soll Aufgaben wie Backup-Strategien, Kapazitätsplanung, Sicherheit und Performance-Management übernehmen. Gartner warnt allerdings vor der Überlastung des Verantwortlichen. Aus Erfahrung weiß man, daß ein ERP- Administrator maximal zehn Applikations-Server in einem LAN beaufsichtigen kann. Darüber hinaus sollte die Abteilung eines "Consolidated Service Desk" installiert werden.

Ein Horrorszenario für alle DV- und Projektleiter: Die Endanwender beschweren sich über die Antwortzeiten der 20 Millionen Mark teuren, gerade erst eingeführten Enterprise- Resource-Planning-(ERP-)Applikation. Die Chefetage stellt daraufhin die Frage, ob die Investition ihr Geld wert war. Solche Erfahrungen haben die Experten von Advanced Manufacturing Research (AMR) veranlaßt, eine Studie über die Verwaltbarkeit von ERP- Systemen zu veröffentlichen.

Das Thema ist brisant und wird seit einiger Zeit auch von Experten der Gartner Group diskutiert. Einig sind sich die Analysten darin, daß klassische Tools derzeit noch viel zu Infrastruktur-orientiert sind, um auch mit den technischen Aspekten von Geschäftsprozessen umgehen zu können. Die Werkzeuge etwa von BMC, Computer Associates (CA), Tivoli, Platinum und Candle beherrschen zwar das Monitoring, Backup und Job-Scheduling innerhalb einer ERP-Infrastruktur, wünschenswerte Funktionen wie das Messen von Antwortzeiten, Reporting-Tools oder automatisierbare Diagnosefunktionen entwikkeln sich jedoch erst allmählich.

Schuld an dieser unbefriedigenden Situation haben laut Gartner allerdings auch die ERP-Anbieter selbst. Betriebswirtschaftliche Software etwa von Peoplesoft, Oracle und J.D.Edwards berücksichtigen System-Management-Werkzeuge bislang kaum. Lediglich SAP gibt hier ein gutes Beispiel mit dem "Computing Center Management System" (CCMS) für R/3.

Die Herausforderung liegt im wesentlichen auf drei Ebenen. Die Basis der IT-Infrastruktur mit Netzwerk- und Performance- Monitoring wird von den klassischen System-Management-Tools übernommen. Spezialisiert müssen die Produkte dann sein, wenn sie auch die Datenbanken einbeziehen sollen. Hier eignen sich die großen Frameworks ebenfalls, da sie typische Eigenschaften wie Tablespace-Verwaltung, Füllgrad und Fragmentierung der Datenbank abbilden können.

Deutlich schwieriger wird es jedoch auf der Applikationsebene. Im R/3-Umfeld sind Kriterien gefragt wie mittlere Antwortzeiten des ERP-Systems, die korrekte Einstellung von Indizes sowie die Frage nach den wichtigsten Applikationsprozessen und deren Auswirkungen auf Online- oder Batch-Lasten.

CCMS hilft bei diesen Aufgaben weiter, ein großes Problem sehen die Analysten jedoch darin, daß das SAP-Werkzeug über keinerlei Automatisierungsfunktionen verfügt. Damit gemeint sind Features, die über das Monitoring hinausgehen, um im Fall eines kritischen Zustands (Alert) anhand von Drill-down und Problemanalyse Maßnahmen einzuleiten.

Eine weitere Einschränkung von CCMS ergibt sich naturgemäß aus dessen Einsatz in einem reinen R/3-Umfeld. Die Verwaltung von Drittapplikationen ist damit nicht möglich, die Synchronisation von R/3-Batches mit denen anderer Systeme erfordert einen externen Job-Scheduler.

Selbst innerhalb von R/3 treten Probleme auf, wenn sich beispielsweise SAP-GUI und mehrere Applikations-Server auf verschiedene LANs verteilen - spätestens dann ist ein zusätzliches Netzwerk-Management nötig. Insofern läßt sich der CCMS-Einsatz ohne weitere Hilfsmittel nur für kleine bis mittlere Betriebe empfehlen, einem Großunternehmen mit Rechenzentrumsbetrieb und heterogener IT reicht dieses System-Management nicht, so die Analysten. Gartner geht davon aus, daß sich daran in den nächsten Jahren nicht viel ändern wird. Deshalb raten die Experten bei komplexen R/3-Umgebungen zu den Tools von Drittanbietern, die in der Regel auf die CCMS-APIs aufsetzen.

Sowohl Gartner als auch AMR unterscheiden dabei drei Gruppen: R/3- Spezialisten, Anbieter von Minisuites sowie die Hersteller von Framework-Lösungen. Sehr stark auf SAP fokussiert sind die sogenannten Point Solution Products von Envive, Luminate und Optisystems. Sie erweitern CCMS-Features um bestimmte Diagnose- Automatismen sowie um Tools, die eine Vorhersage des Applikationsverhaltens erlauben.

Die Stärken von Envive liegen der AMR-Studie zufolge im Bereich Performance- und Verfügbarkeitsprüfung sowie in den Analysefunktionen. Die Tools zur Messung der End-to-end- Antwortzeiten können zwischen Problemen der Applikation und des Netzwerks unterscheiden.

Probleme von Applikation und Netzwerk trennbar