Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.01.2000 - 

Amerikanische Software ist oft zu prüde

Spezielle Pornofilter für Europa

MÜNCHEN (fn) - An technischen Möglichkeiten zum Blocken von illegalen und jugendgefährdenden Inhalten im Internet scheint es nicht zu fehlen. Bisherige Lösungen sind jedoch zu sehr auf amerikanische Belange zugeschnitten.

Für das Filtern bedenklicher Inhalte mangelt es an weltweiten Standards. Die heute verfügbaren Systeme kommen meist aus den USA und passen nicht unbedingt zum deutschsprachigen oder europäischen Kulturraum. Das soll sich nun ändern. Bereits im Mai letzten Jahres wurde die International Content Rating Assocation gegründet, in der neben US-Firmen wie Microsoft und IBM auch europäische Unternehmen wie AOL Europe und T-Online vertreten sind. Icra verwendet ein vom Recreational Software Advisory Council on the Internet (Rsaci) entwickeltes Bewertungssystem, um Inhalte von derzeit rund 130000 Sites zu klassifizieren. Der Surfer kann über eine in seinem Browser integrierte Funktion unerwünschte Inhalte blocken.

Bisher berücksichtigt das Icra-System jedoch eher die amerikanischen Belange und ist zudem nicht genau genug. So macht es keinen Unterschied zwischen Nacktheit in einem im Web dargestellten Gemälde und einer Porno-Site. Zudem verstehen Amerikaner unter Nacktheit etwas anderes als Europäer. Icra arbeitet deshalb an einem neuen Bewertungssystem, das im Frühjahr 2001 auf den Markt kommen soll.

Es bleibt allerdings auch weiterhin den Content-Providern überlassen, ihre Inhalte entsprechend dem Bewertungsschema der Icra auszuzeichnen. Nach den Erfahrungen von Jens Waltermann, Vorsitzender der Icra und gleichzeitig stellvertretender Leiter des Bereichs Medien bei der Bertelsmann-Stiftung, zeigen insbesondere kommerzielle Anbieter von Pornografie Interesse an diesem freiwilligen Bewertungssystem.

Laut Waltermann überprüft Icra Sites, um festzustellen, ob die vom Betreiber vergebenen Bewertungen zutreffen. Außerdem will die Organisation Nutzerhinweisen auf Verstöße nachgehen. Ferner sollen, ähnlich wie bei der kommerziellen Software "Cyber Patrol", schwarze Listen von Sites geführt werden, die sich der Bewertung entziehen, obwohl sie problematische Inhalte enthalten.