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01.10.1993

Spontaner Applaus bei Next-Praesentation Kombipack aus Nextstep und HP im Bankwesen positioniert

MUENCHEN (CW) - Zur Unix-Messe in Wiesbaden erlaeuterte Next-CEO Steven Jobs die Zielsetzung der Kooperation seines Hauses mit Hewlett-Packard. Darueber hinaus praesentierte er die auf Intel- Prozessoren portierte Systemsoftware "Nextstep" sowie die Videoanimation mit Compressionsalgorithmus "Nextime".

Wie Jobs mitteilte, wird Hewlett-Packard das objekt-orientierte Betriebssystem Nextstep mit grafischer Oberflaeche, als strategisches Produkt im Bereich finanzieller Applikationen auf HP PA-RISC-Architektur einsetzen.

Die Kooperation ginge jedoch ueber rein technische Belange hinaus. Unter der Bezeichnung "Objekt Enterprise Alliance" fassten die Unternehmen ihre Ressourcen aus Technologie, Marketing und Vertrieb zusammen. Im einzelnen wird Next drei Schluesselprodukte liefern.

Etwa zur Mitte 1994 ist Nextstep 3.1 fuer HP Apollo 9000, Serie 700 geplant. Wie bereits angekuendigt, stuenden die "Portable Distributed Objekts" (PDO) fuer HP 9000, Serie 800 unter dem Betriebssystem HP-UX bereits zum Winter 1993 bereit. PDOs vereinfachten das Client-Server-Computing, indem sie eine verteilte objektorientierte Grundlage fuer Hardware-plattformen verschiedener Hersteller bieten. Erreicht werde dies durch die Portierung der Objectiv-C-Runtime-Engine, mit der die Objekte den jeweiligen Rechnertyp erkennen und entsprechend geladen werden koennten.

Der Lieferumfang umfasst ausserdem die Netz-Management-Software "Netinfo" fuer die Serie 800 unter HP-UX. Das Produkt soll die zentralisierte Verwaltung von Servern und Clients sowie Management-Funktionen fuer Netze unter der HP-Oberflaeche "Open- View" uebernehmen.

Zusaetzlich stellte Jobs in Aussicht, in Object-Enterprise werde sowohl der Quasi-Standard Corba der Object Management Group (OMG) als auch die Techniken der Open Software Foundation (OSF) fuer verteilte Datenverarbeitung Distributed Computing Environment (DCE) sowie Distributed Management Environment (DME) implementiert.

Ziel sei es, gab Next-Chef Jobs an, zusammen mit HP, zuerst im Bereich von Finanzservice und des Devisenhandels mit einer vollstaendigen Loesung Fuss zu fassen. Explizit nannte er den Schweizerischen Bankverein, mit dem seine Firma positive Erfahrungen gesammelt habe.

Im naechsten Schritt wolle Next die Systemsoftware auch in anderen Industriezweigen im Bereich finanzieller Anwendungen als Desktop- Grundlage etablieren. Hier gelte das besondere Interesse den Downsizing-Projekten grosser Unternehmen. Jobs rechnete sich aus, in diesem Bereich bereits in zwei Jahren der Markfuehrer sein zu koennen.

Nach Einschaetzung der GUUG-Sprecher koennte Nextstep bei Systemplattformen einen Marktanteil bis zu 25 Prozent erreichen. Eines der groessten Verkaufshindernisse fuer Next in Europa waren neben fehlenden Applikationen die zwar aesthetisch schoenen schwarzen Rechnerwuerfel, die jedoch nicht den hier geltenden ergonomischen Anforderungen entsprachen.

Spontanen Applaus bekam Nextstep-Erfinder Jobs, als seine Praesentation der Videoanima- tion "Nextime" aufzeigte, die in CD- Qualitaet komprimierte Bilder von der Festplatte laedt und als Tonfilm ueber den Monitor flimmern laesst.