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25.12.1992

SPOTLIGHT

Am 21. November 1992 durften sich Münchner Besitzer von Systemen für die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) freuen: Ein Totalstromausfall legte insgesamt rund 350 000 Haushalte lahm und ließ etliche ungesicherte Computeranlagen streiken. "Daß der Stromausfall an einem Samstag stattgefunden hat", bilanziert USV-Anbieter Sinus GmbH, Germering bei München, "hat vielen privaten und kommerziellen Daten das Leben gerettet".

Mit einem No-name-Produkt muß sich zur Zeit das Hamburger Softwarehaus Gesodata im hart umkämpften PC-Softwaremarkt behaupten. Früher einmal hieß das hauseigene Auftragsbeabeitungs- und Fakturierungsprogramm "SF-Window" - bis Microsoft Veto einlegte. Es bestehe Verwechselungsgefahr mit "MS-Windows", lautete die Begründung. Gesodata müsse den Namen des Produktes ändern. Die Hamburger freuen sich nun über jeden Vorschlag... Muße zur Besinnung in der Vorweihnachtszeit verschafft der Performance-Künstler Flatz den PC-Anwendern mit "Softkiller". Das zum Kunstwerk deklarierte Virenprogramm überschreibt sämtliche Daten der Festplatte und zerstört sich nach seiner Anwendung selbst. Ziel der in einer limitierten Auflage für 1800 Mark von der Kultur-Management GmbH Häusler, München, vertriebenen Software ist es, den GIauben der Menschheit an die Computer zu erschüttern, indem sie sie als "elektronische Krücken" entlarvt. "Softkiller", so verspricht Flatz, "wirft Sie auf sich selbst zurück."

PC-Unix-Anbieter SCO hat offensichtlich die durch den ACE-Flop - DV-Kenner erinnern sich vielleicht noch an dieses Herstellerkonsortium - verursachten strategischen

Entscheidungsschwächen überwunden. Zwar konnte sich das unternehmen noch nicht zu einem Umstieg von Unix 3.2 auf die aktuelle 4.2-Version entschließen. Dafür hat sich das Unternehmen allerdings wie der Rest der Industrie zu einem Bekenntnis für die OSF-Technik Distributed Computing Environment (DCE) durchgerungen. Während Siemens-Nixdorf und Hewlett-Packard allerdings bereits erste Implementierungen dieser Technik für die verteilte Datenverarbeitung ausliefern, müssen SCO-Kunden noch bis Ende nächsten Jahres auf Produkte warten. Vorabversionen sollen allerdings bis Mitte nächsten Jahres an Software-Entwickler und ausgewählte Kunden gehen. Wenig Umstellungsaufwand haben IBMs Officevision-Anwender beim Umstieg auf die Notes-Groupware von Lotus. Die CW-Schwesterpublikation "Computerworld" zitiert Anwender mit dem Hinweis, daß von der die OS/2-Version des IBM-Büroautomatisierungskonzepts "Officevision/LAN 2" nicht viel mehr existiert habe als einige Mail-Dateien und -Verzeichnisse. Diese ließen sich problemlos in Notes integrieren. Die IBM hatte sich nach einer langen Serie von Verzögerungen bei der eigenen Officevision-Entwicklung entschlossen, das Konzept mit Produkten von Drittanbietern zu realisieren, zu denen auch die Groupware-Software von Lotus gehört. Die Hindernisse für eine Wiederverwendung von vorhandener Software sind nicht so sehr technischer als vielmehr organisatorischer Art. Diese Ansicht vertritt jedenfalls Anthony Wasserman (Foto), Gründer, Präsident und CEO der Interactive Development Environments Inc., San Franzisko. Für die Entwickler gebe es kaum Anreize, auf bereits geschriebenen Code zurückzugreifen. Spottet der Software-Engineering-Experte: "Real developers don't reuse other people's code, they develop their own."

Gemeinsam mit der University of California in San Franzisko und den AT&T Bell Laboratories in Murray Hill, New Jersey, will die New Yorker Filiale des Springer Verlages ihre wissenschaftlichen, technischen und medizinischen Publikationen versuchsweise über elektronische Medien an den Leser bringen. Wie AT&T mitteilt, sollen zunächst alle Studenten und Lehrkräfte der Universität, die an PCs oder Workstations arbeiten, die Möglichkeit erhalten, insgesamt 30 Journale aus den Bereichen Molekularbiologie und Radiologie zu lesen, zu durchsuchen und auszudrucken.

Die US-Software-Industrie hat nach einer Mitteilung des IDG News Service ihren Umsatz in Westeuropa kräftig gesteigert. Ein Vergleich der jeweils dritten Quartale von 1990 und 1991 zeigt, daß sie ihren Absatz um 33 Prozent steigern konnte. Wie die Software Publishers Association (SPA) aus Umfragen bei 37 Softwarehäusern, darunter Microsoft, Wordperfect, Lotus und Borland, schließt, lag der Geschäftszuwachs dieser Anbieter auf dem eigenen Kontinent bei "nur" zwölf Prozent.