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12.10.1979

Sprach-Tabu

Nur ein neues Schlagwort - oder kündigen "Speech Communications" und die ersten Feldversuche der Bundesbahn, "Karlchen" zum Reden zu bringen (siehe Seite 15) eine Revolution in der Computer-Ein-/ Ausgabetechnik an?

Die Antwort ist zweigeteilt: Ja für Sprachausgabe, nein für Spracherkennung. "Karlchen" ist als "his computers voice", als rechnergesteuerter Stimmband-Emulator, bereits zitierfähige Realität. Hier kann das technische Problem der Sprachausgabe als (beinahe) gegessen angesehen werden.

Anders bei der Spracherkennung. Daß selbst ein so potenter Hersteller wie Sperry Univac davon ausgeht, es würden noch fünf Jahre ins Land gehen, ehe das erste praxistaugliche Spracherkennungssystem auf den Markt komme, das macht den Entwicklungsrückstand dieser Erfassungsspezies deutlich.

Von dieser Tatsache kann auch nicht ablenken, daß auch Spracheingabelösungen bereits demonstrierbar sind (Nixdorf etc.). Freilich handelt es sich um Einfachanwendungen, bei denen der Anwender zunächst sein eigenes Sprachbild eingeben muß, damit ihn der Rechner dann auch erkennen kann.

Allzu weit her ist es mit dem "Erinnerungsvermögen" der "Wortmaschine" also noch nicht, so kann sich das Nixdorf-System vorerst ganze 128 Worte merken.

Daß die Spracherkennung per Computer nicht so schnell kommt, dafür sorgen indessen auch soziale Hintergründe: "Die Entwicklung von Spracheingabe-Systemen wird bei uns deshalb nicht energisch genug vorangetrieben, weil man die Auswirkungen ihres Einsatzes, insbesondere auf den Arbeitsmarkt für Schreibkräfte und Sekretärinnen, fürchtet", behauptet beispielsweise Klaus Steckel vom Rechenzentrum Berlin K. Steckel KG. Der Berliner DV-Dienstleister: "Spracheingabe ist ganz offensichtlich ein Tabu. Wenn sich das durchsetzt, könnten ja drei bis vier Millionen Arbeitskräfte auf der Straße sitzen."