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08.04.1988 - 

Trotz einiger Schwächen gegenüber konventionellen Programmiertechniken:

Sprachen der vierten Generation favorisiert

ESCHBORN (CW) - Für die Entwicklung komplexer Applikationen eignen sich 4GL-Sprachen weitaus weniger als ihre Vorgänger. In puncto Portabilität aber können konventionelle Programmiermethoden diesen Tools nicht das Wasser reichen. Das ist das Ergebnis der Studie "Programmiersprachen der 4. Generation in Europa", die von der IDC Deutschland GmbH, Eschborn, herausgegeben wurde.

Zwar lassen sich mit einer Sprache der vierten Generation manche Applikationen durchaus schneller entwickeln, doch ist der Einsatz durchaus nicht effizienter. Begründet wird diese Aussage damit, daß im Gegensatz zu den prozeduralen Programmiersprachen die Bearbeitungszeiten wesentlich länger seien und darüber hinaus große Mengen an Speicherraum belegt würden.

Ein 4GL-Produkt könne hingegen seine volle Stärke bei der Ad-hoc-Entwicklung wie zum Beispiel bei Querytasks ausspielen. Einen weiteren Vorteil gegenüber den traditionellen Sprachen sehen die befragten User darin, daß die Tools eine sehr schnelle Modifikation von Dateien und Systemen zulassen, wobei kaum eine begleitende Dokumentation erforderlich sei. Auch könnten im Gegensatz zu Cobol Bildschirme und Datenbanken schneller erzeugt werden - allerdings nur, wenn die Anwendung nicht zu komplex wird.

Trotz dieser Schwächen gaben 60 Prozent der von IDC befragten Unternehmen an, daß mit dem Abschied von den traditionellen Programmiermethoden signifikante Produktivitätssteigerungen erzielt werden konnten. Sehr hoch wird laut IDC bei den Anwendern auch die Portabilität von 4GL-Tools eingeschätzt - vor allem unter Unix. Vor allem durch diese Eigenschaft werde sich diese Technik als Investition in die DV-Zukunft der Unternehmen etablieren.

Die Marktanalysten bedauern jedoch, daß es bis heute noch keine genaue Definition gibt, die den Begriff 4GL exakt umreißt. Dies führte nämlich bis dato dazu, daß einige Anbieter ihre altbekannten Produkte durch die neue Überschrift "Programmiersprache der vierten Generation" besser vermarkten konnten, ohne daß diese einem allgemein akzeptierten Standard entsprachen.

Ingesamt setzen 34 Prozent der von IDC herangezogen Unternehmen 4GL-Sprachen auf einem oder auf mehreren Mainframes ein, wobei 370-Lösungen dominieren. Die Untersuchungen ergaben, daß sich derzeit nur wenige Anbieter dieses Marktsegment teilen. So sei Cincom mit einem Anteil von 18 Prozent der Marktführer, gefolgt von der Software AG mit 13 Prozent und den Information Builders mit 10,8 Prozent. Im Minibereich haben sich laut IDC Oracle und RTI die größten Stücke des Kuchens gesichert.

Aufgrund ihrer Forschungen erwarten die Eschborner Analysten, daß sich das Marktvolumen bei den 4GLs bis 1992 auf insgesamt 300 Millionen Dollar verdreifacht.