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07.08.1992 - 

Texteingabe via Stimme möglich

Spracherkennungs-Software von Dragon schafft 30 000 Wörter

LONDON/GRASBRUNN (IDG/ CW) - PC-Benutzer können künftig Texte eingeben und haben dennoch die Hände frei. Dragon Systems präsentiert mit "Dragon Dictate-30K" ein Spracherkennungs-System.

Es macht gängige Eingabemedien wie Tastatur und Maus fast überflüssig.

Neben Behinderten will das Unternehmen mit dieser Lösung zum Beispiel Mediziner oder Anwälte ansprechen, die Sekretariatskosten sparen wollen. Der Chef diktiert seine Texte statt auf Band gleich in den Rechner, so die Vorstellung des Unternehmens. Rund 30 bis 40 Wörter soll ein geübter Anwender in einer Minute auf das Display bringen können - Briefberge werden sich daher vermutlich nur mit einem immensen Zeitaufwand bewältigen lassen. Nutzt man als Sprachmakros definierte Textblöcke, besteht dem Anbieter VMR GmbH zufolge jedoch die Möglichkeit, die Geschwindigkeit auf 1201 Wörter pro Minute zu steigern.

Das Diktiersystem verfügt über einen vorgegebenen Wortschatz von 25 000 Wörtern. Weitere 5000 Wörter können durch den Anwender im laufenden Betrieb definiert werden. Wird ein Ausdruck das erste Mal benutzt, nimmt die Software den Begriff - entweder eingetippt oder buchstabiert - in das Vokabular auf. Beim 5001. Wort löscht das Programm den am wenigsten verwendeten Begriff aus dem 5000-Wort-Speicher.

Wie das US-Softwarehaus aus Newton berichtet, paßt sich das System dem Akzent des Benutzers an. Nacheinander soll Dragon Dictate auch von mehreren Anwendern zu benutzen sein. Die Spracherkennungslösung arbeitet nach Wahrscheinlichkeit und Kontext, etwa dann, wenn Wörter gleich klingen, wie das und daß. Es wird eine Auswahlliste angezeigt, daraus läßt sich der richtige Ausdruck auswählen. Nach acht bis zehn Stunden Diktat erreicht das System der Grasbrunner Gesellschaft zufolge eine Erkenngenauigkeit von 95 Prozent. Obwohl das Produkt mit Claudia Ellermann von Dragon Systems von jemandem vorgeführt wurde, der oft mit der Software arbeitet, lag die Genauigkeit dem Anschein nach deutlich unter 95 Prozent.

Deutsche Version soll im September kommen

Zu den Systemkomponenten gehören die Software, eine Spracherkennungskarte sowie das Mikrofon mit Kopfbügel. Hardwarevoraussetzung ist ein IBM-kompatibler 386er PC (mindestens 20 Megahertz Taktrate) mit 8 bis 10 MB Arbeitsspeicher.

Bei der Mehrplatz-Version sind für jeden zusätzlichen Anwender weitere 2 bis 3 MB Arbeitsspeicher erforderlich. Ferner benötigt man ein Diskettenlaufwerk und einen Steckplatz (ISA, EISA oder MCA) für die Karte. Mitgeliefert werden Textverarbeitungs-Makros für Wordperfect 5.1, MS-Word 5.0 und 5.5, Displaywrite 5.0, Sprint, Wordstar 2000 und Multimate. Außerdem sind Makros für Lotus 1-2-3, Version 2.2, und MS-DOS im Gesamtpaket enthalten, das voraussichtlich rund 18 000 Mark kostet. Die deutsche Version des Systems soll im September 1992 auf den Markt kommen.

Eine Komplettlösung - in englischer Sprache - bringt das britische Unternehmen Talking Computer Company heraus. Das Produkt besteht aus einem 386er PC und der Spracherkennungslösung Dragon Dictate-30K. Optional sind Fax- und Ethernet-Karten sowie ein Radio-Mikrofon erhältlich, daß es dem Benutzer ermöglicht, während des Diktats beispielsweise herumzulaufen. Den Informationen zufolge kostet der Rechner rund 22 000 Dollar.