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27.09.2002 - 

General Magic: Berühmte Kunden, aber kein Fokus

Spracherkennungsanbieter geht k. o.

MÜNCHEN (CW) - General Magic Inc., kalifornischer Anbieter von Spracherkennungssoftware, muss seine Geschäftstätigkeit einstellen. Die Umsätze waren zum Schluss in katastrophaler Weise eingebrochen.

General Magic hatte 1995 einen erfolgreichen Börsengang absolviert und wurde von so großen Namen wie Apple Computer, AT&T Corp. und Sony subventioniert. Microsoft investierte sechs Millionen Dollar in einen Aktienanteil von 11,9 Prozent.

General Magic meldete für sein letztes Geschäftsquartal einen herben Verlust von 5,4 Millionen Dollar bei einem Umsatz von lediglich 2,1 Millionen Dollar. Die Geschäftsaufgabe kommt aus finanzieller Hinsicht also nicht überraschend. Allerdings hatte das von ehemaligen Apple-Mitarbeitern Anfang der 90er Jahre gegründete Unternehmen so attraktive Kunden wie General Motors.

Nur noch 6,5 Millionen Dollar auf dem Konto

Am Ende hatte General Magic aber nur noch 6,5 Millionen Dollar auf seinen Bankkonten. Aus diesem Grund warf die Firma das Handtuch und wickelt jetzt ihre Geschäfte ab. Von den 80 Mitarbeitern werden die meisten das Unternehmen sofort verlassen. Nur ein kleines Team soll noch den Verkauf der Firmenaktiva über die Bühne bringen. Eine weitere Mannschaft wird die Verpflichtungen aus dem 2,4 Millionen Dollar schweren Vertrag mit General Motors erfüllen.

Hersteller entwickelte keine klare Produktpolitik

Trotz der arrivierten Finanzgeber hatte es General Magic nach Ansicht vieler Brancheninsider nicht verstanden, sich klar und beständig auf bestimmte Geschäftsziele auszurichten. Zunächst hatte man sich als Anbieter "intelligenter" Agentensoftware deklariert, dann als Entwickler von Handheld-Betriebssystemen. Zuletzt erregte General Magic Aufsehen mit einer Netzlösung, bei der E-Mail- und Fax-Optionen gekoppelt waren mit Adressverzeichnis- sowie Kalenderfunktionen. Integriert werden sollte in die "Serengeti"-Software die Übertragung von individualisierten Nachrichten und Börseninformationen. Alle Daten sollten über Telefon oder via einen Browser auf einem PC empfangen werden können. Diverse US-amerikanische Telefongesellschaften hatten das später in "Portico" umfirmierte System getestet.

Langer Abstieg seit 1999 fordert Arbeitsplätze

Allerdings begann bereits 1999 der langsame Abstieg von General Magic. Seinerzeit musste das Unternehmen die Belegschaft bereits um 20 Prozent reduzieren. Später hatte sich die Firma auf Voice-XML und auf Java-2-Enterprise-Edition-(J2EE-)basierende Systeme konzentriert. General Magic wollte es Anwendern in Konzernen so ermöglichen, stimmenkontrollierte Zugangs-Tools in Unternehmensanwendungen zu integrieren.

Nach der Meldung über die Geschäftsaufgabe stürzte der Kurs der Aktie um 84 Prozent ab auf 0,04 Dollar. Das Unternehmen ist jetzt noch 373 000 Dollar wert. (jm)