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Künstliche Intelligenz in Mikros:


09.12.1983 - 

Sprachverarbeitung für AIltagsprobleme

MÜNCHEN (es) - Wer "Künstliche Intelligenz" immer noch mit aufwendigen, technisch-wissenschaftlichen Großrechenanlagen in Verbindung bringt, wird in absehbarer Zeit umlernen müssen. In Großbritannien etwa arbeiten schon jetzt der Mikro-Hersteller Acorn und sogar der Discounter Sinclair intensiv an Programmen zur Entwicklung künstlicher Intelligenz" für ihre späteren kleinen Maschinen.

Beide wollen in etwa drei bis fünf Jahren Mikrocomputer vorstellen, die auf gesprochene Befehle reagieren können. Sinclair arbeitet auch an einer Art Mini-Expertensystem, das dem Benutzer Schritt für Schritt - und jeweils seinem aktuellen Arbeitsstand angepaßt - sagen soll, wie er beispielsweise sein defektes Auto reparieren kann; oder das ihm helfen wird, statt "bitterer Pillen" die richtigen Pillen für bestimmte, einfachere medizinische Problemsituationen zu wählen.

Für Sinclair, so zitiert das Wissenschaftsblatt "New Scientist" den Sinclair-Wissenschaftler Richard Cutting, steht "Künstliche Intelligenz" ganz oben auf der Liste jener Forschungsgebiete, von denen man hofft, daß ihre technischen Innovationen sich besonders rasch und effektvoll in vermarktbare Produkte umsetzen lassen. Hier wiederum setzt der Chef von "MetaLab" (so soll Sinclairs Forschungszentrum, das in wenigen Monaten seine Arbeit aufnehmen soll, heißen) primär auf Spracherkennung. Denn, so meint er, die Leute werden sich mit den Computern viel mehr anfreunden können, wenn sie mit ihnen sprechen und zuhörend kommunizieren können.

Dann ist da natürlich bei Sinclair auch das weite Feld der intelligenten wissensbasierenden Systeme, die man auch als Expertensysteme bezeichnet, in Bearbeitung. Ende der 80er Jahre müßten nach Auffassung des MetaLab-Chefs Heim-Ratgeber-Systeme eigentlich ohne Probleme realisierbar sein; Systeme also, die in einem bestimmten Bereich ein gewisses Quantum Wissen über bestimmte Fakten und die sie verknüpfenden Regeln besitzen, und an deren Wissensbestand der Anwender dann auf eine relativ einfache, um nicht wieder einmal zu sagen: "benutzerfreundliche", Weise herankommen kann.

Bei Acorn, dem Hersteller des BBC-Heimcomputers, sind die "künstliche-Intelligenz"-Experten sogar zuversichtlich, in etwa zwei bis drei Jahren auf dem Markt ein System anbieten zu können, das dann mindestens rund 20 gesprochene Wörter verstehen - oder besser: erkennen soll.

Weitere Forschungsthemen bei Acorn sind die Herstellung von Chips und die Gestaltung von Computernetzen. In kurzfristiger Perspektive steht daneben noch ein 32-Bit-Mikro auf dem Programm, der nächstes Jahr auf dem Markt erscheinen soll.

Sinclair wiederum knobelt an tragbaren Mini-Terminals und hat dafür schon einiges Know-how parat: es stammt aus der Entwicklung eines winzigen Fernsehgerätes.