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16.05.2003 - 

Open Source auf der ganzen Linie

Spreewald wird Microsoft-frei

MÜNCHEN (qua) - Der in Karlsruhe und Lübben ansässige Lebensmittelhersteller Spreewald-Feldmann GmbH & Co. KG setzt auf quelloffene Software - sowohl im Backend- als auch im Frontend-Bereich. 15 Prozent seiner Desktops laufen bereits unter Linux und mit "Open Office".

Langfristige Kostenvorteile und eine höhere Investitionssicherheit nennt Jörg Welsch, Mitglied der Geschäftsleitung und für die Informationstechnik von Spreewald-Feldmann verantwortlich, als Gründe des geplanten Komplett-Umstiegs von Windows auf Linux. Vor allem wolle er künftig "das permantente Hinterherlaufen hinter den Windows-Updates ausschließen".

Deshalb begann der Spezialist für saure Feinkost schon vor einigen Jahren, mit Open-Source-Software zu experimentieren. In drei Jahren, so schätzt Welsch, werden 25 bis 30 Prozent der Anwender mit Linux-basierender Bürosoftware arbeiten. Derzeit nutzen immerhin 15 von hundert Usern das quelloffene "Open Office" statt des Microsoft-eigenen "MS-Office".

Auf längere Sicht will sich die gesamte Unternehmens-IT zur "Microsoft-freien Zone" erklären. Im Rahmen dieser Bestrebung startet Spreewald-Feldberg im kommenden Juli ein Projekt, in dessen Rahmen das alte Warenwirtschaftssystem durch eine Linux-basierende Implementierung der ERP-Lösung "CSB-System" vom gleichnamigen Anbieter ersetzt wird. Bis zum Juni 2004 sollen die Module Beschaffung, Lager, Produktionsplanung und -steuerung, Chargen-Optimierung, Qualitäts-Management, EDI, E-CRM, Rechnungswesen und Finanzen, Lohn und Gehalt, Zeitwirtschaft, Management und Controlling sowie mobile Funk-Scanner-Kommissionierung mit dynamischer Blocklagerverwaltung und Management der Versandeinheitsnummern (NVE) laufen.

Nachahmer - warum nicht?

Für die Betriebsdatenerfassung in der Fertigung sind dabei Industrie-PCs mit Touch-Screens ("CSB-Racks") vorgesehen. Um den Ansprüchen seiner oft aus der Lebensmittelbranche stammenden Kunden gerecht zu werden, bettet der ERP-Anbieter CSB AG, Geilenkirchen, gängige Compaq-Maschinen in ein spritzwasser- und staubgeschütztes Gehäuse ein.

Welsch ist sich der Tatsache bewusst, dass er mit seiner IT-Strategie Neuland betritt, aber er hofft auf Nachahmer: "Wenn sich erst einmal zwei oder drei Unternehmen dazu durchgerungen haben und beweisen, dass es läuft, was sollte die anderen dann davon abhalten?"