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13.12.1996 - 

Verhandlungen mit T-Online dauern an

Springer und Bertelsmann gehen im Online-Markt gemeinsamen Weg

13.12.1996

Springer hat an AOL Bertelsmann einen Anteil in Höhe von zehn Prozent erworben. Die beiden Eigner, der US-Betreiber America Online Inc. und die Bertelsmann AG, Gütersloh, treten jeweils fünf Prozent ihrer Beteiligungen ab. Der neue Partner soll jedoch nicht nur als Geldgeber auftreten, sondern vor allem Inhalte liefern. Als Quelle werden die Berichte der Tageszeitung "Bild" und ihrer Ableger wie etwa "Computer Bild" dienen.

Ob die Zusammenarbeit darüber hinaus vertieft werden soll, ließen beide Unternehmen offen. Springer verhandelt derzeit mit der Deutschen Telekom AG, Bonn, über eine Beteiligung an dem größten inländischen Online-Dienst T-Online. Die Verhandlungen laufen schon seit November letzten Jahres, als AOL, Bertelsmann, die Telekom und Springer eine langfristige strategische Partnerschaft ankündigten.

Allianz gegen Microsoft

Diese Kooperation ist bis dato nicht zustande gekommen, weil sie ursprünglich als Allianz gegen Microsoft angelegt war. Die Softwerker haben mit ihrem Microsoft Network (MSN) jedoch einen verkorksten Start hingelegt, so daß die Konkurrenz zunächst keine Gefahr durch den Online-Dienst aus Redmond witterte. Der angekündigten Partnerschaft wurde der Gegner und somit die Grundlage entzogen. Vor allem AOL-Vorstandschef Steve Case soll sich gegen eine Überkreuz- beteiligung zwischen AOL und T-Online sträuben. Seine Vorbehalte könnten demnächst schwinden, denn Microsoft unternimmt einen finanziellen Kraftakt, um auf den Online-Zug aufspringen zu können. Hunderte Millionen Dollar hat Bill Gates in eine neue Software investiert, die das MSN auf Internet-Basis stellt und die Angebote publikumswirksam aufbereitet. Mit Dumping-Preisen hofft der Windows-Macher, bis Juni nächsten Jahres 3,2 Millionen Kunden zu locken.

AOL hat in Amerika dagegen mit stagnierenden Abonnentenzahlen zu kämpfen. Eine rund 100 Millionen Dollar teure Werbekampagne soll den heutigen Stamm von rund sieben Millionen AOL-Surfern auf zehn Millionen im nächsten Sommer erweitern. In Europa und insbesondere in Deutschland wächst der Dienst zwar ohne derart teure Kampagnen, schreibt zudem unerwartet schnell schwarze Zahlen, erreicht aber mit insgesamt mehr als 300000 Kunden bei weitem nicht die Zahlen der etablierten Konkurrenz wie etwa Compuserve. Eine bessere Akzeptanz auch infolge interessanterer Inhalte erhofft sich AOL-Miteigentümer Bertelsmann nun von der Springer-Kooperation. Beide Verlage schlagen mit ihren Online-Aktivitäten einen Weg ein, der sie weniger abhängig vom Print- und Buchgeschäft machen soll.