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03.04.1998 - 

Spuren gut verwischt, Schaden nur zu schätzen

Spuren gut verwischt, Schaden nur zu schätzen PC-Manager veruntreut zwei Millionen Dollar

Lange rätselten die Manager von King Scoopers über Blanko-Buchungen und andere Unregelmäßigkeiten im Verrechnungssystem.Weil sie keine Antwort wußten, vermuteten sie Software-Bugs im Abrechnungssystem.Dem PC-Manager des Hauses, Jay Beaman, der einzige Experte mit Know-how im PC-Bereich und ausgestattet mit sämtlichen Zugriffsrechten, trugen sie auf, die Ursache zu finden und zu beheben.Doch damit machten sie den Bock zum Gärtner.

Mit Hilfe zweier Kumpane brachte der PC-Manager insgesamt zwei Millionen Dollar beiseite, indem er die elektronischen Aufzeichnungen manipulierte.Dabei ging Beaman derart geschickt vor, daß selbst die eingeschaltete Polizei lange im Dunkeln tappte.Nur der Geduld und Hartnäckigkeit des Chefermittlers Tony Erickson war es zu verdanken, daß der Fall nach mehr als einem Jahr gelöst wurde."Es gibt so viele Möglichkeiten, Geld zu entwenden", schilderte Erickson seine Situation."Da sind die ganzen Tricks in der Rechnerumgebung kombiniert mit sämtlichen Buchungsaspekten."

Den Anfang nahm das Kriminalstück vor knapp fünf Jahren, als King Scooper die Hard- und Software von der Data General Corp. durch eine PC-gestützte Installation von IBM ersetzte.Nur wenige Mitarbeiter durchschauten die neue Umgebung, so daß die Verantwortlichen sich auf Beaman verlassen mußten.Der manipulierte das Barcode-Kassensystem derart, daß es etwa die Buchungen für bestimmte Produktgruppen in einem Attrappenverzeichnis ablegte.Die beiden Komplizen, jeweils Leiter eines Supermarkts der Kette, schöpften die im Dummy verzeichneten Gewinne ab, und Beaman verwischte die digitalen Spuren.

Die Höhe des Schadens läßt sich nur schätzen, denn Beaman sorgte dafür, daß auch Backups regelmäßig gelöscht wurden.Erst das ausschweifende Leben der drei Täter, von denen einer einen Wagen mit dem Kennzeichen "BYBYCOP" fuhr, brachte die Polizei auf die richtige Spur.Mit der Freiheit hat es nun aber eine Ende. Sollten alle Anklagepunkte sich als zutreffend erweisen, drohen Beaman und Co. Gefängnisstrafen von bis zu 13 Jahren.