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31.08.1990 - 

Vertriebsprobleme und fehlende Front-ends dämpfen die Erwartungen

SQL-Server für OS/2 hat den Durchbruch noch nicht geschafft

MENLO PARK (IDG) - Seit hätte August liefert Microsoft in den USA die Version 1.1 des SQL-Servers für OS/2 aus. Wesentlichste Neuerung ist eine überarbeitete Front-end-Schnittstelte, die nur noch 40 statt 80 KB Hauptspeicher benötigt. Geändert wurde nach Ashton-Tates Ausstieg aus der Server-Partnerschaft auch die Preisgestaltung.

Eine installierbare Protokollarchitektur in der DB-Library, der Front-end-Schnittstelle des SQL-Servers, wird es künftig DOS-, Windows- und OS/2-Anwendern ermöglichen, andere Sybase-Server - Microsofts SQL-Server ist eine speziell für OS/2 angepaßte Variante der Sybase-Maschine - auf anderen Plattformen anzusprechen. Die dazu nötigen Treiber befinden sich allerdings noch in der Entwicklung.

Eine TCP/IP-Version befindet sich derzeit im Alpha-Test, an Decnet- und SPX-Treibern wird gearbeitet.

Im Lieferumfang enthalten ist jetzt auch eine "Basic Library for SQL Server", eine Schnittstelle zu Microsofts Professional Basic - laut Dwayne Walker, Product-Manager für den Server, die erste Unterstützung für die geplante "Cross-Application Language".

Niemand rechnet mit hohen Verkaufszahlen

Eine Lizenz für fünf Anwender kostet 995 Dollar; für je zehn weitere Benutzer werden ebenfalls 995 Dollar berechnet. Die unbeschränkte Lizenz kommt auf 3995 Dollar, 1500 Dollar mehr als der bisherige Preis von Ashton-Tate. Dafür sind jetzt 30 Tage freier Support inklusive.

Mit gewaltigen Verkaufszahlen rechnet derzeit niemand, nicht allein wegen der hinter den Erwartungen zurückbleibenden Verbreitung von OS/2: Man erwartet, daß auch die Komplexität einer Client-Server-Installation und der Mangel an angemessenen Front-ends die Kunden vorerst noch abwarten lassen. Zudem fehlen Microsoft die passenden Vertriebskanäle. 600 qualifizierte Händler sollen in den nächsten zwölf Monaten gefunden werden.

Auch die Front-end-Hersteller sollen für mehr Absatz sorgen und im Rahmen eines "Business Partner Programs" den Server zusammen mit ihren eigenen Produkten verkaufen. Momentan gehören dazu Ashton-Tate, Blyth (Omnis), Database, Revelation und Sybase. Information Builders, deren PC/Focus eines der ersten verfügbaren Front-ends für den SQL-Server war und die noch von Ashton-Tate die Erlaubnis bekommen hatte, die Datenbank-Maschine zu verkaufen, will künftig darauf verzichten. "Die Kunden kauften bei uns das Front-end und dann gingen sie woanders hin, wo sie den Server mit einem kräftigen Preisnachlaß bekamen", sagte Marketing Manager Keith Toleman.

Den stärksten Nachfrageschub erhofft sich Microsoft von neuen Front-ends, vor allem von der bereits ein Jahr verspäteten Dbase-IV-Server-Edition, die nunmehr Ende dieses Jahres erscheinen soll.

Noch für September sind Front-end-Varianten der erfolgreichen PC-Datenbanken Paradox (Borland), Database, Omnis 5 und Revelation angekündigt. Ebenfalls noch für das dritte Quartal versprochen sind Access SQL von SPI und von Pioneer Software Q+E, das Excel Zugriff auf den SQL-Server gewährt. Anfang 1991 sollen dann die brandneuen Dbase-Konkurrenten Arago DbxI und Arago Quicksilver von Wordtech für den Microsoft-Sybase-Server verfügbar sein.

Gegenwärtig arbeiten die Wordtech-Produkte nur mit dem Oracle-Server für OS/2, von dem bislang etwa 7000 Stück verkauft wurden.