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17.03.2000 - 

Erstes Quartal 1999/2000 schlechter als erwartet

SSA sucht händeringend nach Geldgebern

MÜNCHEN (bs) - Die Systems Software Associates Inc. (SSA), Chikago, steckt in Schwierigkeiten: Die Einnahmen aus Lizenzverkäufen und Service gingen dramatisch zurück. Am Rande der CeBIT wurden Gerüchte über einen möglichen Verkauf des Anbieters betriebswirtschaftlicher Standardsoftware laut.

Noch vor wenigen Wochen zeigten sich Vertreter von SSA optimistisch. Mit einer neuen Ausrichtung als Serviceanbieter werde man das Ruder herumreißen, erklärte SSA-Manager Sandy Wylie, zuständig für Vertrieb und Marketing in Europa und Geschäftsführer Deutschland, gegenüber der COMPUTERWOCHE (siehe CW 2/2000, Seite 20).

Doch die Trendwende ist bislang nicht gelungen: Der Umsatz im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Ende: 31. Januar) ging auf 52 Millionen Dollar zurück, von 66,2 Millionen Dollar in dem vorhergehenden Quartal. Der Verlust für diesen Zeitraum beträgt 14,9 Millionen Dollar (1998/99: 9,5 Millionen). Sowohl die Erlöse aus dem Lizenz- als auch dem Servicegeschäft sanken. Dramatisch ist vor allem der Einbruch beim Produktverkauf: Nur 19,7 Millionen Dollar setze SSA hier um, fast 50 Prozent weniger als am Ende des ersten Quartals 1998/99.

Als Klotz am Bein entpuppen sich nun auch noch die Rückzahlungen für einen Kredit in Millionenhöhe, den die Softwerker 1998 erhalten hatten. Pro Quartal müssen 4,83 Millionen Dollar dabei abgestottert werden. Für das laufende Quartal prüft SSA nun, ob mit der Ratenzahlung ausgesetzt werden kann, teilte Clive Zeida, Solution Director für den Bereich Automotive, mit: "Das heißt nicht, dass wir nicht zahlen könnten, denn unsere Barreserven reichen aus." Man benötige das Kapital aber für die Neuausrichtung als Lösungsanbieter und prüfe deshalb die Möglichkeit eines Aufschubs.

Gleichzeitig werde, so Zeida, nach einem strategischen Investor gesucht, der für eine solide finanzielle Basis sorgen soll. Unerwartet viele Geldgeber hätten Interesse signalisiert, dem angeschlagenen Konzern zur Seite zu stehen: "Zur Zeit verhandeln wir noch mit einer handvoll Interessenten. Dies sollte bis Ende März abgeschlossen sein." Entgegen Gerüchten, die auf der CeBIT kursierten, sei eine feindliche Übernahme aber ausgeschlossen. Auch im Management-Team um den Chief Executive Officer Robert Carpenter, das erst seit Herbst letzten Jahres an Bord ist, werde es keine Veränderungen geben.

Das Kapital von SSA ist die große installierte Kundenbasis: Das ERP-System "BPCS" ist weltweit rund 6000-mal im Einsatz. Angesichts der anhaltenden Schwäche nimmt die Verunsicherung bei den Anwendern allerdings zu: "Die Entwicklung des letzten Jahre ist schon sehr bedrohlich", erklärt Fritz Sidler, IT-Manager bei Landis & Gyr Europe Corp., einem Anbieter von Gebäude-Automation aus der Schweiz und Vorsitzender der SSA-User-Group Europa. Allerdings geht der leidgeprüfte DV-Experte davon aus, dass die Softwareschmiede nicht fallen gelassen wird: "Ich bin sicher, dass sie einen Geldgeber finden."

Abb.: SSAs Börsenwert liegt nur noch bei 14,2 Millionen Dollar.Quelle: CW