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29.06.1979 - 

SESAM kontra Bancomat:

St. Gallische Kantonalbank geht eigene Wege

ST. GALLEN (sg) - "Sesam, die Bank, die niemals schläft", mit diesem Slogan präsentierte die St. Gallische Kantonalbank kürzlich eine für die Schweiz neuartige Selbstbedienungsbank der Öffentlichkeit. Dieses neue System, basierend auf dem Teleprocessingsystem IBM 3600, ist als eine Alternative zu den herkömmlichen, in der Schweiz installierten Geldautomaten Bancomat und Postomat, die bis jetzt den Markt beherrschen, konzipiert.

Die Sesam-Selbstbedienungsbank bietet denn auch in mehrfacher Hinsicht erhebliche Verbesserungen gegenüber dem Bancomat-System. So konnte die tägliche Höchstlimite bei Bezügen auf 5000 Franken festgesetzt werden. Im Vergleich hierzu bietet der Bancomat nur eine Limite von 500 Franken. Dadurch, daß über den direkten Anschluß an den Computer keine ungedeckten Auszahlungen erfolgen können, erwächst aus der hohen Limite kein zusätzliches Sicherheitsrisiko.

Ferner können im Unterschied zum Bancomat verschiedene Arten von Bankgeschäften mit Sesam betätigt werden. Dazu gehören neben Geldabheben auch Geldeinzahlungen, Abrufen des Kontostandes und der letzten drei Buchungen sowie Bestellungen von Kontoauszügen und Dauerauftragsformularen.

Alle Ein- und Auszahlungen werden am folgenden Tag schriftlich dem Bankkunden bestätigt. Der Benützerkreis erstreckt sich auf die Inhaber von Privatkonti, Depositen- und Kontokorrenteinlagen sowie deponierten Sparheften. Eine bestimmte Mindesteinlage ist nicht erforderlich.

Der zeitlich unbeschränkte Zugang zur Sesam-Selbstbedienungsbank erlaubt dem Benützer überdies, seinen Bargeldmindestbestand zu senken, da eine jederzeitige Bargeldversorgungsmöglichkeit gegeben ist. Demzufolge führt Sesam zu größeren Durchschnittsbeständen auf den Bankkonti, was für den Bankkunden den Vorteil hat, daß er größere Zinsgutschriften erwarten darf. Keineswegs denkt man aber daran, den Einsatz der Sesam-Selbstbedienungsbank als Ersatz für den üblichen Schalterverkehr zu installieren, sondern vielmehr als einer attraktiven Ergänzung und Abrundung der Banken-Dienstleistungspalette.

Wie Bankdirektor Dr. H. Hurni ausführte, besteht für das Sesam-System gegenüber der Bancomat-Kette eine wesentlich günstigere Kostenstruktur. Demnach werden die Transaktionskosten beim Sesam-System 2,50 Franken betragen, die des Bancomat hingegen betragen 4,30 Franken. Als ein Nachteil des Sesam-Systems hingegen ist zu werten, daß dieses nurmehr eine Anwendung mit lokaler Beschränkung kennt. Dennoch ist man bei der St. Gallischen Kantonalbank zuversichtlich in der Annahme, ihren Bankkunden mit der Einrichtung der Sesam-Selbstbedienungsbank einen besonderen Dienst zu erweisen.