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12.09.1986 - 

Ericsson reduziert seine Mitarbeiterzahl nochmals um 2000:

Stabile Produktpalette trotz Entlassungen

12.09.1986

STOCKHOLM (CW) - Nachdem bereits früher 4000 Arbeitsplätze eingespart werden mußten, entläßt Ericsson Information Systems (EIS) nunmehr weitere 2000 Mitarbeiter. Auf die Produktlinie der Abteilung für Büroautomation innerhalb der schwedischen Telefon -gesellschaft Ericsson Telecommunications and Electronics Group solle sich das jedoch nicht auswirken, teilte Kommunikations-Manager Gunnar Backlund mit.

Ericsson will die Arbeitsplätze jeweils zur Hälfte in Schweden und in den ausländischen Niederlassungen kurzen. Nach der offiziellen Stellungnahme der Düsseldorfer Niederlassung werden bis zum Jahresende etwa 100 bundesdeutsche Ericsson-Mitarbeiter entlassen werden. Die Beschäftigtenzahl 642 vom 1. Juli sei mittlerweile auf knapp 600 reduziert worden; zum Jahresende soll sie nur noch 500 betragen.

Personal Computer werden nicht aufgegeben

Ziel der Kürzung sei eine Straffung der Produktion und der Verwaltung, sagte Backlund. Das Sortiment habe sich nunmehr stabilisiert; es umfasse den Ericsson PC, die MD- 110, Minicomputer, Telefone, Schreibmaschinen und Drucker.

Keineswegs wolle man den Personal Computer aufgeben, wie einige Presseberichte gemunkelt hatten, nachdem Ericsson den Verkauf der Maschine in den USA eingestellt hat. Das Unternehmen habe im Frühsommer eine weiterentwickelte Version des PC, die zum IBM AT kompatibel sei, auf den Markt gebracht.

Allerdings erklärte Backlund, daß der PC hauptsächlich als Teil größerer Systeme, weniger als Standalone-Maschine verkauft worden sei. Er werde als das Spitzenprodukt der Ericsson-Terminals angeboten. In dieser Marktnische sei der Ericsson PC, was die Verkäufe angehe, hinter IBM die Nummer zwei in Skandinavien und in den Niederlanden. In Italien, der BRD und Großbritannien verkaufe Ericsson ebenfalls gut. Backlund weigerte sich jedoch, konkrete Zahlen zu nennen.

Weniger als zwei Prozent am europäischen PC- Markt

Das Pariser Marktforschungsinstitut "Intelligent Electronics" ist sicher, daß die Schweden in diesem Jahr weniger als zwei Prozent des gesamten europäischen PC- Marktes für sich reklamieren können. Zahlen, die speziell den Markt für intelligente Terminals betreffen, seien nicht erhältlich. Die Analysten betrachten ihn als einen sehr kleinen Teil des Ganzen.

Von Ericsson in Düsseldorf war zu erfahren, daß der Produkt -schwerpunkt künftig unter anderem auf Computersystemen, dem zu IBMs 3270 kompatiblen Alfaskop-Terminal und dem OEM-Geschäft mit Druckern liegen werde. Die Paging- sowie die Stempeluhren-Produktion werden hingegen eingestellt. Ein ehemaliger Mitbewerber, der noch nicht öffentlich gemacht werden soll, werde den Paging-Bereich und einen Teil der dort Beschäftigten übernehmen. Die Entlassungen werden vorwiegend die weniger qualifizierten Mitarbeiter in den Produktionsstätten und Labors treffen.

Die Muttergesellschaft mußte im ersten Halbjahr 1986 gegenüber demselben Zeitraum des vergangenen Jahres einen Rückgang des Bruttogewinns um 28 Prozent von umgerechnet fast 190 auf zirka 135 Millionen Mark hinnehmen. Die niedrigeren Gewinnspannen bei der öffentlichen Telekommunikation, der weitaus größten Abteilung, wurden von seiten des Unternehmens für den Gewinneinbruch verantwortlich gemacht. Verluste bei EIS hätten allerdings ebenso dazu beigetragen.

Ericsson gab keinerlei Einbrüche in seinem Halbjahresbericht bekannt, aber EIS machte 1986 Verluste von fast 240 Millionen Mark. Björn Svendberg, President der Ericsson-Gruppe, äußerte gegenüber schwedischen Zeitungen, daß die EIS- Verluste während des ersten Halbjahres deutlich verringert worden seien. Er kündigte jedoch an, daß EIS entgegen früheren Behauptungen 1986 nicht plus minus null abschneiden werde. Allenfalls deutete sein Statement darauf hin daß EIS irgendwann 1987 wieder schwarze Zahlen schreiben werde.

Die früheren Entlassungen haben offensichtlich nicht ausgereicht, um die Ausgabenseite der EIS auf ein adäquates Maß zu reduzieren. Backlund erklärte hierzu, daß die aktuellen Jobkür -zungen ähnlich den früheren - zumindest in Schweden - auf dem Wege "normaler Ausdünnung" oder in Gestalt eines Personaltransfers in andere Ericsson-Abteilungen erfolgen werde.