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FAQ


28.05.2014 - 

Stabiles Internet in der Bahn keine leichte Aufgabe

Wie vor fast 200 Jahren fährt die Eisenbahn in Deutschland noch heute auf Schienen. Im Innern der Züge dreht sich jetzt vieles um Datenbahnen. Da gibt es jede Menge Nachholbedarf.

Sieben Jahre nachdem der Siegeszug der Smartphones begonnen hat, arbeitet die Deutsche Bahn noch immer an passablen Internetverbindungen in ihren Zügen. Zumindest in den ICE soll es bald problemlos klappen. Bahnchef Rüdiger Grube und Verkehrsminister Alexander Dobrindt haben am Dienstag in Berlin die digitale Zukunft der Bahn skizziert.

Warum klappt es mit dem Internetzugang in den Zügen derzeit häufig noch nicht so recht?

Ohne das "Railnet" können Smartphones in den schnellen Zügen kaum eine vernünftige Verbindung in Netz aufbauen, weil sie sich ständig in neue Funkzellen einbuchen müssen. Dieser Vorgang kostet übrigens eine Menge Strom, so dass heute Bahnreisende häufig mit einem leeren Akku am Ziel ankommen. Zu den Empfangsschwierigkeiten tragen auch die beschichteten Scheiben sowie die Außenhüllen der Züge bei. Sie schwächen die Funksignale der Handys spürbar ab.

ICE der Bahn (mit dem die Redaktion zur CeBIT 2014 fuhr)
ICE der Bahn (mit dem die Redaktion zur CeBIT 2014 fuhr)
Foto: Thomas Cloer

Zum Teil gibt es aber auch schlicht zu wenig LTE- und UMTS-Zellen entlang der Bahnstrecke. Die Deutsche Telekom, Partnerin der Bahn, installiert deshalb Sender direkt an den ICE-Strecken. Von der Bahn ist zu hören, dass es noch zu wenige sind, um überall einen stabile Online-Zugang zu gewährleisten. Zu den Kosten des Systems schweigen Telekom und Bahn.

Wie soll die Internet-Verbindung im Zug künftig funktionieren?

Die Netzverbindung für Smartphones, Tablet-Computer und Laptops wird innerhalb des Zugs über ein lokales drahtloses (WLAN) hergestellt. Der Zugang zu diesen Hotspots selbst ist für alle Fahrgäste offen. Von einem Server im Zug werden einige Informationen von der Bahn bereitgestellt. Ins offene Internet kommt der Reisende aber nur mit einem gültigen Login der Telekom.

Was kostet es, wenn man den Service nutzen will?

Für das WLAN im ICE-Zug gelten dieselben Tarife der Deutschen Telekom wie für die stationären Hotspots. Für Nichtkunden der Telekom gibt es Pauschaltarif etwa für einen Tag (4,95 Euro) oder eine Woche (19,95 Euro). In vielen Telekom-Tarifen ist die Hotspot-Nutzung bereits inbegriffen. Minister Dobrindt sähe es gerne, wenn auch die anderen Netzanbieter Vodafone und Telefonica Angebote für Bahnkunden machen könnten. Und er ging am Dienstag noch weiter: Sein Wunsch sei es, dass "in Zukunft jeder, der einen Fahrschein für den entsprechenden Zug hat, kostenfrei surfen kann". Ob das so komme, sei aber eine Entscheidung der Bahn, fügte er hinzu.

Wie ist das "Railnet" an das öffentliche Internet angeschlossen?

Die Verbindung der Hotspots im Zug zum Internet erfolgt mit einem Mix verschiedener Mobilfunk-Standards. Zum einen verwenden Bahn und Telekom die herkömmlichen UMTS- und LTE-Netzwerke (3G und 4G), die allen Mobilfunkkunden (auch im Auto oder Reisebus) zur Verfügung stehen. Darüber hinaus dürfen Bahn und Telekom aber auch die Frequenzen des alten analogen C-Mobilfunknetzes für die Technologie Flash-OFDM nutzen. Hier sind die Funkzellen deutlich größer als bei 3G oder 4G. Mit der Datenübertragungsmethode Flash-OFDM können theoretisch Download-Geschwindigkeiten bis zu 5,1 Megabit pro Sekunde erreicht werden.

Wie weit ist die Bahn jetzt beim Vorhaben, ihren Fahrgästen eine schnelle Internetverbindung zu ermöglichen?

Die ICE-Hauptstrecken, zusammen rund 5200 Kilometer, sind eigentlich schon für den mobilen Internetempfang ausgerüstet, berichtete Bahnchef Grube. Auf 3000 Kilometern stehe der Service zur Verfügung. Die anderen 2200 Kilometer würden noch getestet im Laufe des Jahres hinzukommen. Bei den ICE-Züge sieht es so aus: 200 der 255 sind auf moderne Technik mit Verstärkern in den Wagen umgerüstet. Bis Ende 2015 sollen auch alle 770 Intercity(IC)-Wagen internettauglich sein.

Und was ist mit den Regionalzügen?

Der regionale Zugverkehr wird von Bundesländern oder Verkehrsverbünden bestellt. Die müssen in ihre Ausschreibung eine Anforderung wie "guter Internetzugang" aufnehmen. Das kostet Geld, das sie selbst bezahlen müssen. Dennoch sind sich Grube und Dobrindt einig: Stabiles Internet gehört zum Standard der digitalen Gesellschaft. (dpa/tc)

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