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06.07.1979 - 

Anwenderbericht Goldbeckbau, Bielefeld:

Stahlbau Datenbank liefen AV- und Fertigungsunterlagen

In mittelständischen Betrieben werden bisher nur in wenigen Firmen Computer für die technische Datenverarbeitung eingesetzt. Falls Programme existieren, beschränken sich diese meist auf die Berechnung der Statik oder die Stücklistenverwaltung. Ein durchgehendes Programmsystem von der Statik bis zur Werkstattzeichnung wird bisher noch nicht eingesetzt.

Im Rahmen des an der Ruhr-Universität Bochum entwickelten Programmsystems "Konstruktion, Arbeitsvorbereitung und Fertigung im Stahlbau" nehmen die vom Computer automatisch erstellten Einzelteilzeichnungen in Verbindung mit den arbeitsplatzbezogenen Stücklisten und NC-Steuerlochstreifen eine zentrale Position ein.

Die Goldbeckbau GmbH & Co. KG, Bielefeld, hat die Programme zur Arbeitsvorbereitung und Fertigung in die Pilotanwendung genommen und zur Praxisreife gebracht.

Das inzwischen im Alltagseinsatz bewährte Programmsystem geht von der herkömmlichen Werkstattzeichnung aus. Der Inhalt der Zeichnung wird textförmig der Rechenanlage eingegeben. Dieser Text ähnelt einer Konstruktionstückliste mit zusätzlichen über Lochbilder und Schrägschnitte.

Zunächst waren die Einzelteilzeichnungen nur als Kontrollzeichnungen für die Bohranlage gedacht, damit der Bediener die Einzelteile unter Beachtung vorhandener Schrägschnitte in der richtigen Lage durch die Anlage laufen läßt.

In der Anwendungsphase stellte sich heraus, daß die Einzelteilzeichnungen nicht nur für die Bohranlage, sondern auch als Hilfe für den Blechzuschnitt, zum Beispiel bei Keilstützen Säge, gebraucht werden können.

Voraussetzung für den praktischen Gebrauch ist eine automatische und vollständige, kollisionsfreie Vermassung der Zeichnungen. Außerdem muß gefordert werden, daß die Einzelteile, die aus der Gesamtstückliste gezeichnet werden, automatisch vom Programm gesucht werden. Gleichzeitig müssen auf den Stücklisten entsprechende Kennzeichen für diese Positionen vorhanden sein.

In der Sprache der Stahlbauer

Diese Forderungen sollten alle Programmsysteme erfüllen, die als Ausgabe nicht nur Listen, sondern auch Grafik anbieten.

In der Anwendung hat sich gezeigt, daß im Stahlbau die meisten Positionen einfach, mit wenigen Begriffen, in der Sprache der Stahlbauer beschrieben werden können. Die visuelle Kontrolle der eingegebenen Daten ist erheblich genauer als die Zahlenkontrolle, etwa von Additions- oder Subtraktionslisten, die normalerweise als einzige Kontrolle den NC-Streifen beigefügt werden.

Neben den Einzelteilzeichnungen wer den in einer zweiten Phase komplette Werkstattzeichnungen, Angebotszeichnungen und für die Statik das statische System und die Schnittgrößen von der Rechenanlage bearbeitet. Diese Teilgebiete sollen bei Goldbeckbau bis Dezember 1980 zur Praxisreife gebracht werden.

Die Bearbeitung eines Problems durch die Rechenanlage ermöglicht es, viele Detailzeichnungen zur Verfügung zu stellen. Die Zeichnungen werden somit übersichtlicher. In der Werkstatt brauchen keine Maße mehr hinzugefügt oder korrigiert zu werden.

Goldbeckbau setzt für die Datenverarbeitung den Rechner Prime 350 mit einem 80MB-Laufwerk ein. Als Ausgabe für die Zeichnungen steht ein Benson-Plotter zur Verfügung. Für die Zeichnungen sollte ein Plotter mit drei Strichstärken zur Verfügung stehen. Zur schnellen Kontrolle dient ein Tektronix-Terminal.

Im Verbund mit vorgeschalteten Programmen zur automatischen Angebotserstellung und nachgeschalteten Programmen zur Nachkalkulation ergibt sich somit eine durchgehende Programmkette zur Erleichterung der Auftragsbearbeitung.

Die Programmsysteme benutzen als Unterprogramme eine an der Ruhr-Universität Bochum entwickelte rechner- und geräteunabhängige Plot-Software.

Bernhard Schwan ist Leiter ,der EDV-Abteilung bei der Geldbeckbau GmbH & Co. KG, Bielefeld.