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"Microsoft versucht etwas Schmutziges zu tun"


08.06.2001 - 

Stallman kontert Kritik an Open Source

MÜNCHEN (CW) - Richard Stallman, Gründer der Free Software Foundation (FSF), kontert die Angriffe des Microsoft-Managers Craig Mundie. Nicht die Open-Source-Bewegung, sondern der Softwarekonzern sei es, der der Gesellschaft Schaden zufüge. Mit der Koppelung von Software und Dienstleistungen versuche Microsoft, sein Monopol weiter auszubauen.

"Microsoft versucht etwas Schmutziges zu tun", schimpft der Initiator des GNU-Projekts. "Sie bündeln Software und Dienstleistungen." Mit den im März vorgestellten "Hailstorm"-Services wolle der Konzern Kunden noch stärker an sich fesseln und seine Monopolstellung ausbauen. Das Unternehmen sollte deshalb in mehrere Service- und Softwareunternehmen aufgespalten werden und nicht, wie von Richter Thomas Jackson im Antitrust-Verfahren vorgeschlagen, in eine Betriebssystem- und eine Anwendungseinheit.

In seiner zweistündigen Rede an der Stern School of Business der New York University ging Stallman ausführlich auf Geschichte und Ziele der Bewegung für freie Software ein, nutzte aber auch die Gelegenheit, die Kritik Mundies zu kontern. Dieser hatte am 3. Mai am gleichen Ort die vermeintlichen Unzulänglichkeiten des Open-Source-Modells und der GPL-Lizenzierung attackiert (GPL = General Public License).

"Microsoft hat die GPL als eine Open-Source-Lizenz bezeichnet", kritisierte der Chef der FSF. Bei GPL aber handle es sich um eine Lizenz für freie Software, was eine völlig andere Bedeutung in sich berge. Die Open-Source-Bewegung konzentriere sich auf die pragmatischen Vorteile gemeinsamer Softwareentwicklung. Die Protagonisten freier Software hingegen betrachteten den freien Zugang zum Quellcode als einen Wert an sich mit moralischen und sozialen Implikationen. "Microsoft will nicht, dass die Leute über Freiheit als einen Wert an sich nachdenken", so der Aktivist. "Sie wollen Menschen, die wie Konsumenten denken, nicht wie Bürger oder Staatsmänner." Die GNU GPL verteidige die Freiheit. Deshalb werde sie von Microsoft attackiert.

Entgegen der Darstellung Mundies sei freie Software durchaus geeignet, Unternehmen in ihrer Geschäftstätigkeit zu unterstützen, argumentierte Stallman. Einerseits sei für solche Programme ein höherwertiger Support verfügbar. Anwender müssten sich nicht wie bei proprietärer Software auf die Hilfe des Herstellers verlassen. Statt dessen könnten sie die Dienste unabhängiger Programmierer in Anspruch nehmen, die den offenen Quelltext entsprechend ihren Wünschen anpassten.

Andererseits ergäben sich Vorteile hinsichtlich des Datenschutzes und der Sicherheit. Wenn der Quellcode offen liege sei es für Programmierer ungleich schwieriger, Funktionen einzubauen, die die Anwender nicht wollten. Da-rüber hinaus würden Fehler, die zu Sicherheitslücken führen können, schnell erkannt oder ganz vermieden.