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22.01.1999 - 

Standard für Notes-Anwendungen

Standard für Notes-Anwendungen Lotus übergibt LSA an dänischen Business-Partner

ORLANDO (ws) - Am Rande der diesjährigen Lotus-Hausmesse Lotusphere gab der dänische Business-Partner IT Factory bekannt, von der IBM-Tochter die Lotus Solutions Architecture (LSA) übernommen zu haben. Dies bedeutet faktisch den Rückzug von Lotus aus der Entwicklung des Anwendungskerns, der eigentlich zum Standard hätte werden sollen.

Der Vorstoß von Lotus EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) zur Standardisierung der Notes-Anwendungsentwicklung führte Anfang letzten Jahres zu heftigen Auseinandersetzungen mit Business- Partnern. Besonders die größeren unter ihnen sahen darin einen Versuch des Konkurrenten Lotus Consulting, seinen im Rahmen von Kundenprojekten entstandenen Anwendungskern für das gesamte Notes- Geschäft verbindlich machen zu wollen. Sie befürchteten hohen Aufwand für die Anpassung ihrer Programme an diese Architektur und betrachteten die fälligen Lizenzkosten als Konkurrenznachteil.

Die Auseinandersetzung findet mit der Übergabe der LSA an IT Factory ein vorläufiges Ende, da diese nicht in Konkurrenz zu den Business-Partnern steht. Die Dänen verkaufen nämlich im Gegensatz zu Lotus Consulting ihre Produkte und Dienstleistungen nur an Systemhäuser, nicht aber an Anwender.

Die dänische Softwarefirma verfügte über einen eigenen Anwendungskern inklusive Software Development Kit (SDK) und ersetzt nun redundante Funktionen in der eigenen Architektur durch jene der LSA. In der Pressemitteilung ist von einer gemeinsamen Weiterentwicklung der LSA durch Lotus und IT-Factory die Rede, nach Einschätzung von Beobachtern dürfte die IBM-Tochter aber nicht mehr viel dazu beitragen. Den Vertrieb des Pakets aus LSA und SDK übernimmt allerdings Lotus.

Auch wenn sich damit die Aufregung um die LSA legen dürfte, so erleidet sie durch die Übergabe an die IT-Factory einen Rückschlag als Architekturstandard. Anwender hatten schon auf der Konferenz der Deutschen Notes User Group (DNUG) Anfang 1998 kritisiert, daß die amerikanische Lotus-Zentrale nicht hinter dem Standardisierungsversuch stand. Notes-Nutzer machten die Akzeptanz der LSA davon abhängig, ob sie als Teil des Notes- Basisprodukts ausgeliefert wird. Diese offiziellen Weihen rücken mit der Übergabe an IT-Factory in weite Ferne, der Erfolg der LSA wird vor allem vom Marketing-Geschick der Dänen abhängen.