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21.10.1994

Standard fuer Rechner mit Power-PC-CPU wird im November veroeffentlicht Apple und IBM stehen vor dem Abschluss der Prep-Gespraeche

MUENCHEN (wm) - Nach achtmonatigen Verhandlungen wollen IBM und Apple im November auf der Comdex in Las Vegas enthuellen, wie die gemeinsame Power-PC Reference Platform (Prep) aussehen soll. Komplettiert wird das Ganze allerdings erst Mitte naechsten Jahres. Offen ist nach wie vor, wer ausser IBM einen Prep-PC bauen wird und welches Betriebssystem - ausser AIX und OS/2 von IBM - dafuer angeboten wird. Die neuesten Geruechte ueber den Stand der Prep- Verhandlungen zwischen IBM und Apple stammen von der CW- Schwesterpublikation "Infoworld". Demnach werden die beiden Firmen im November auf der DV-Messe Comdex die ersten Details des Prep- PCs enthuellen. Mitte 1995 soll dann die vollstaendige Definition folgen. Zum gleichen Zeitpunkt will Apple eine erweiterte Version des Mac-Betriebssystems Mac-OS und neue PCs mit Power-PC-CPU vorstellen.

Apple braucht die langfristige Perspektive, wie sie die Prep-PCs bieten. Der Erfolg der Power-Macs kann nicht ueber die alten Schwaechen hinwegtaeuschen: Apple hat nur einen Marktanteil von etwa 13 Prozent am PC-Markt, ausserdem stehen fuer das Mac-OS wesentlich weniger Applikationen zur Verfuegung als fuer Windows.

IBM hingegen muss damit rechnen, dass selbst gutwillige Kunden nicht mehr lange auf Prep-PCs warten werden. Der Marktbeobachter Richard Zwetchkenbaum von der International Data Corp. (IDC) raet Big Blue sogar, "die Power-Macs nachzubauen. Damit liesse sich mehr retten als mit irgendeiner schnell auf den Markt geworfenen PC-Serie."

Beiden Anbietern aber sitzt die Zeit im Nacken. Der Prep-PC muss fertig sein, bevor Microsoft im Sommer 1995 mit Windows 95 auf den Markt kommt. IBM wird diesen Termin halten koennen, wenn Prep nicht zu grosse Aenderungen an den bereits fertiggestellten Power-Series- PCs noetig macht, die IBM eigentlich in diesen Tagen vorstellen wollte, jetzt aber erst im ersten Quartal 1995 auf den Markt bringen wird.

Bei Apple jedoch scheint man sich noch nicht klar darueber zu sein, ob und wann die Power-Macintosh-Serie an den Prep-Standard angepasst wird. Sicher ist, dass die Modelle, die Apple im Sommer 1995 praesentieren will, nicht Prep-konform sein werden. Marktbeobachter rechnen damit erst 1996, wenn Apple das Betriebssystem weiter veraendert hat. In Fachkreisen zweifelt man selbst an diesem Termin, weil die Portierung auf einen Prep- Macintosh nicht einfach ist, da das Betriebssystem sehr eng mit der Hardware verzahnt ist.

Apple hat mehr Zeit als IBM, weil die Power-Macintosh-Systeme vorerst genug Gewinn abwerfen. Und wenn Apple tatsaechlich im naechsten Jahr die Power-Macs mit PCI-Bus ausstattet, dann steht damit auf einen Schlag die ganze Palette der PCI- Erweiterungskarten auch Mac-Benutzern zu erschwinglichen Preisen zur Verfuegung.

Darueber hinaus zeigen DV-Hersteller wie Toshiba, Fujitsu, Vobis und Olivetti Interesse an Lizenzen fuer kuenftige Versionen des Power-Macs und am Mac-OS, Version 8.0. Auch Motorola und IBM sind als Kandidaten fuer einen Power-Mac-Clone im Gespraech. Sollten sich tatsaechlich mehrere Firmen entschliessen, den Power-Mac in der naechsten Generation nachzubauen, dann entstuende damit ein De- facto-Standard, der nicht mit der Prep-Definition uebereinstimmt. Doch am Markt bezweifelt man, ob Apple ohne IBM gegen Microsoft und Intel bestehen kann.