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23.01.1976 - 

Wilhelm Bleyle KG, Stuttgart:

Standard-Pakete waren in jedem Fall billiger

STUTTGART - "Wir haben nur wenig System-Software selbst entwickelt. Zwar sind wir in der Textilindustrie groß - aber dazu sind wir zu klein. Bei unserer Größe kann man sich keine Systemprogrammierer leisten", erläutert Erich Tischlinger, Projektleiter für Finanzen/Rechnungswesen und System-Software in der Abteilung EDV/Org. der Wilhelm Bleyle KG, Stuttgart.

Statt dessen hat Tischlinger Systemsoftware-Pakete zugekauft, weil "IBM zu wenig anbietet, was den Durchsatz erhöht. Als wir 1972 unsere 370/135 bekamen, hatten wir unglaublich lange Sicherungsläufe. Das Dump Restore auf der 360 war tatsächlich schneller." Das war der Anlaß, sofort als erstes System das Paket Dump/Restore von Westinghouse einzusetzen, das gemeinsam mit anderen Firmen über den Stuttgarter "Arbeitskreis für angewandte Datentechnik" auch noch besonders preisgünstig beschafft werden konnte: "Wenn man im Verbund einkauft, gibt es für die zweite und weitere Firma ja erheblichen Nachlaß." Diesen Discount haben sich die Arbeitskreismitglieder gleichmäßig geteilt, so daß jeder etwas davon hatte.

Alternativen zum IBM-Standard

Durch gute Erfahrungen ermutigt, wurde dann weitere System-Software gekauft - allerdings nicht mehr in Gemeinschaft, sondern allein. Tischlinger: "Einer muß die Initialzündung geben - und dann die anderen dafür begeistern. Da hätten wir aber in den anderen Fällen zu lange warten müssen." Bei der Beschaffung im Alleingang stieß Tischlinger auf ein anderes Problem: System-Software läßt sich schwer der Geschäftsleitung verkaufen. Wenn die Fachabteilungen etwas brauchen, dann ist der Nutzen sichtbar - aber bei System-Software lassen sich Einsparungen für die Benutzer schwer beweisen. Was ist es beispielsweise wert, wenn die DV-Abteilung auf Anforderungen schneller reagieren kann als zuvor?"

Die Bleyle-Geschäftsleitung ließ sich überzeugen, denn als nächstes wurde bei Roland Berger das Dateiauswertungssystem Easytrieve gekauft, das heute von Pansophic vertrieben wird: "Wir haben damit Engpässe bei der Programmierung überwunden, denn einen Großteil der Listen, deretwegen wir früher Assembler-Programme schreiben mußten, programmieren wir jetzt in wenigen Minuten. Das ist schneller Service - den Leuten aus den Fachabteilungen kann man schließlich nicht zumuten, Codieren zu lernen."

Nummer Drei war der CA-Sort, das Sortierprogramm von Computer Associates: "Wir hatten noch keine Zeit für Messungen - aber vom Gefühl her würde ich die Prospektangaben bestätigen, wonach dieses Paket im Vergleich zum IBM-Sort-Utility 50 Prozent Arbeitsspeicher einspart und eine 20 Prozent höhere Performance erbringt", berichtet Tischlinger.

DBS und TP nur schlüsselfertig

Die bisher letzte System-Software, die Tischlinger zukaufte, war das Programmverwaltungs-System Panvalet von Pansophic. Die entsprechenden DOS-Routinen seien veraltet und mit dem IBM-Maint-Routinen seien die Programmierer nicht zurechtgekommen, erläutert Tischlinger. Vom Versuch mit einem selbstgestrickten Verfahren ließ er wieder ab. "Die Programmsicherung ist überaus wichtig - ein Fehler kann schließlich mehr kosten als das ganze Sicherungs-Paket", erklärt er. "Dazu kommt, daß wir jetzt auch Programmversionen zwei Jahre zurück rekonstruieren können - das ist für die Revision oder eine Betriebsprüfung wichtig."

Die jetzt von den Fachabteilungen geforderten TP-Anwendungen überließ Tischlinger allerdings der IBM mit CICS und DBOMP soll TP "erst einmal zum Laufen gebracht werden". "CICS ist eine Wissenschaft für sich - und einen ClCS-Spezialisten vom Arbeitsmarkt könnten wir gar nicht bezahlen", erläuterte der System-Chef, der bei TP-Monitoren und Datenbanksystemen keine Experimente machen möchte: "Solche Sachen soll man schlüsselfertig liefern lassen. Wenn's läuft, kann man anfangen, sich nach Alternativen umzusehen."

Die bisherigen Bleyle-Ausgaben für die vier herstellerunabhängigen System-Software-Pakete waren etwa gleich hoch wie Kosten für ein System-Programm-Jahr. Tischlinger: "Das hat sich gelohnt."