Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.02.1986

Standard - Standard

An OSI entzündet sich erneut die Normungsdiskussion - an IBM scheiden sich wieder mal die Geister. Credo der IBM - Kritiker: Big Blue kontrolliert den Standardisierungsprozeß; Big Blue boykottiert OSI - also bleibt OSI (leider) draußen.

Der vermeintliche OSI - Muffel kontert geschickt, indem er die Beweislast umzukehren versucht: Man habe wohl die "Macht", SNA - Aufträge zurückzuweisen. Aber niemand könne erwarten, daß sich die IBM selbst schädige. Im Klartext: Der Kunde wolle SNA - nicht OSI.

An der Marktrealität kommt keiner vorbei: OSI ist noch nirgendwo als Standard eingeführt - kaum verwunderlich, denn für "Open Systems Interconnection" sprechen wohl die besseren Argumente, die IBM hat dagegen die verläßlicheren Zeugen (siehe SNA).

Das Problem ist nicht trivial. Die Geburtsmacke eines jeden Standards: Das Ergebnis sind erste Anzeichen von technologischer Lähmung - in dem Sinne, daß Normen - Bürokratie herrscht, wo Markt stattfinden sollte.

Andererseits ist es für die Anwender ein teures Vergnügen, mit wechselnden Inkompatibilitäten leben zu müssen, ohne daß von der Leistung her etwas herausspringt. Paradebeispiel: Das Produktangebot von Mother Blue.

Die Kunst der Normung, so die Fachliteratur, besteht nun darin, inmitten des technischen Wandels Unverträglichkeiten abzubauen, ohne den Fortschritt zu bremsen.

Schon die Tatsache, daß die Nicht - IBM - Hersteller das (OSI -) Gebot betonen, hat der OSI - Idee geschadet. Als Anbieter inkompatibler Produkte sind sie in dieser Frage allesamt unglaubwürdig. Nein, der Druck muß von den Anwendern ausgehen - sie allein können entscheiden, wann Fortschritt lohnt.