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06.10.1978 - 

Computerverbund - ein Modell für Klein- und Mittelbetriebe:

Standardisierte Anwendungs-Software gemeinsam nutzen

06.10.1978

BERLIN (de) - Ein DV-Verbundsystem, das es noch nicht gibt, ist zum Diskussionsstoff für die DV-Experten im Baugewerbe geworden. Es handelt sich um ein vom Bundesministerium für Forschung und Technologie gefördertes Gemeinschaftsprojekt, das mittleren und kleinen Bauunternehmen die wirtschaftliche Computernutzung ermöglichen soll. Kurt Pauli vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Bonn, erläuterte das Verbundkonzept auf dem 3. IKD Berlin:

Für mittlere und kleine Bauunternehmen werden Lösungen geschaffen, die es ihnen ermöglichen, die Rationalisierungsreserven ihres Betriebes zu nutzen und dadurch ihre Marktchancen zu verbessern. Zu diesem Zweck wird ein Verbundsystem entwickelt, dessen Konzept, gegliedert in 3 Teilbereiche, vorliegt: Hardware- und Software-Komponente und Verbundorganisation. Die Hardware-Komponente enthält eine Beschreibung der Anforderungen, die an Hardware-Konfigurationen im Rahmen des Verbundkonzeptes gestellt sind. Dabei sind alle Arten betrieblicher und überbetrieblicher (Rechenzentren) DV berücksichtigt. Die Untersuchungen umfassen: Terminals ohne Intelligenz, Terminals mit Intelligenz, Systeme der mittleren Datentechnik und Großsysteme. Da Angebote für ein breites Anwendungsspektrum mit integrierten Lösungen geschaffen werden sollen, stehen Fragen der Systemsoftware mit im Vordergrund der Untersuchung. Im einzelnen werden Probleme verträglicher Programmiersprachen (Compiler), Betriebssysteme, Datenfernverarbeitungs-Software und Datenbank-Software behandelt sowie Software zur Unterstützung des erforderlichen Verständigungsverkehrs zwischen Benutzern und System.

Die Verbundorganisation stellt ein flexibles organisatorisches System dar, das es den Verbundteilnehmern erlaubt, mit verschiedenen Graden des Verbundes (Grad der Benutzung eines standardisierten Anwendersoftwarepaketes), unter Verwendung alternativen Möglichkeiten der Datenübertragung, Teile oder den gesamten Bereich betrieblicher Funktionen mit DV-Unterstützung zu bearbeiten.

Der Rationalisierungserfolg wird gesichert durch:

- die gemeinsame Nutzung der Anwendungssoftware, die spezielle Belange der Baubranche berücksichtigt, die verträglich ist mit allen Hardware-Verbundlösungen, die Möglichkeiten der Datenfernverarbeitung beinhaltet,

- die gemeinsame Nutzung von Großrechnern,

- die permanente Betreuung des einzelnen Anwenders bei der Einordnung der DV in die eigene Betriebsorganisation,

- einen sich im Ablauf entwickelten Erfahrungsbestand, der allen Beteiligten zugute kommt.

Für die Durchführungsphase sind zwei bis drei Pilotanwendungen geplant. Sachverständige und mit den Problemen und Zielen der Verbundkonzeption vertraute Anwender stehen bereit. Dabei handelt es sich sowohl um Einzelanwender als auch um eine Anwendergruppe. Die Anwender werden in einer Entwicklungsgemeinschaft mit Unternehmensberatern, Baurechenzentren und einem Hochschulinstitut unter der Federführung des ZDB zusammenarbeiten.

In der ersten Phase sind für jede Pilotanwendung Lösungen in verschiedenen Funktionsbereichen des Betriebes geplant. Ausgehend von diesen Teillösungen wird, unter Beachtung vorhandener Modelle, ein Integrationsmodell, das den beschriebenen Anforderungen genügt, verwirklicht.

Der Ablauf des Gesamtprojektes gliedert sich in mehrere Stufen. Als große Aufgabenpakete ergeben sich:

- Installation und Test von Hardware-Konfigurationen,

- Adaption, Modifikation und Entwicklung von System- und Anwender-Software,

- Bereitstellung und Vorhaltung von RZ-Dienstleistung,

- Organisation und Betrieb eines Beratungs- und Betreuungszentrums,

- Organisation und Durchführung wissenschaftlicher Begleituntersuchungen der Akzeptanz und Bedürfnisse der Anwender.

Der Zeitplan sieht vor, das Projekt bis Ende 1981 zu verwirklichen.