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Software für MDT-Anwendungen


05.12.1975 - 

Standardlösungen mit persönlicher Note

Da zur Bewältigung der organisatorischen Probleme innerhalb des Betriebsgeschehens nicht in erster Linie der Computereinsatz, sondern die Organisationsform für die optimale Einsatzlösung der EDV angesehen werden kann, kommt der Software, ihrer Entwicklung und Herstellung wachsende Bedeutung zu. Anders als bei der Groß-EDV erfolgt bei der MDT im allgemeinen die Erstellung der Applikations-Software beim Hersteller und nicht beim Anwender.

Die insbesondere in der Anfangsphase der MDT-Einsätze praktizierte individuelle Programmierung war für Anwender und Hersteller gleich unbefriedigend. Aus diesem Grunde wurden zur Rationalisierung der Software-Produktion Standardverfahren erarbeitet, die dazu geeignet waren, ein einmal entworfenes Programm in unveränderter Form mehrfach und bei verschiedenen Anwendern einzusetzen.

Besser als die früher angewandte computerunterstützte Programmhilfe, bei der eine Selektion durch Auslassen bestimmter Funktionen aus einem großen, allumfassenden Programm erfolgte, werden heute kleinste Funktionsteile entwickelt, die gemäß den Erfordernissen der Anwender optimal zusammengefaßt werden können.

Dieser Gedanke einer normierten Programmierung führte zu generierbaren Modularprogrammen, einem Weg, der heute von den MDT- bzw. Software-Herstellern beschritten wird und von dem man erhofft, eine rationelle Software-Erstellung bei individueller Programmgestaltung zu realisieren. Hierbei werden einzelne, logisch abgeschlossene, in ihrer Struktur normierte, system- oder problemorientierte Bausteine (Moduln) derart über das Hauptprogramm miteinander verknüpft, daß ein in seiner Gesamtheit autorenunabhängiges und durch die freie Austauschbarkeit der einzelnen Moduln wartungsfreundliches Anwenderprogramm entsteht, dessen individueller Losungsgrad nur noch von der Komplexität der Moduln abhängt.

Praktische Vorgehensweise

- Dem Anwender einer MDT-Anlage wird ein branchenorientierter Bestimmungsbogen (Checkliste) vorgelegt, auf dem er Ziele - die keinerlei EDV-Kenntnisse erfordern - festlegt, welche Aufgaben in welcher Art und Weise er vom Computer gelöst haben will und welche Ergebnisse er erwartet.

- Aufgrund der auf dem Bestimmungsbogen gemachten Angaben werden die Kundenprobleme vom Hersteller analysiert. Mit Hilfe des Generators einer EDV-Anlage wird der gespeicherte Moduln-Bestand, der sowohl branchentypische Erfordernisse als auch verschiedene Datenmengen (betriebsgrößenabhängig) berücksichtigt, derart miteinander verknüpft, daß ein problemspezifisches, betriebsindividuelles Programm entsteht.

Bei der Bemühung, dem MDT-Benutzer fertige Computerlösungen, also "schlüsselfertige" Hard- und Software-Installationen bei gleichzeitiger Realisierung rationeller Software-Erstellung zu liefern, werden zwei unterschiedliche Verkaufsstrategien verfolgt:

- Ohne Konzentration auf bestimmte Zielgruppen und daher ohne entsprechende betriebsspezifische Anwendersoftware wird mit einem gewissen Streueffekt ein komplettes "Lösungspaket" neben der Hardware bestenfalls um branchenorientierte Standardsoftware handelt, die individuelle Belange nicht berücksichtigt.

- Die Software-Erstellung durch generierbare Modularprogramme erfordert eine systematische und kontinuierliche Marktbeobachtung Potentielle Anwender müssen vor der Programmerstellung definiert werden, um so branchenspezifisch standardisierte Programmbausteine (Moduln) entwickeln zu können.

Als Beispiel hierfür können die MAS-Anwendungen Auftragsbearbeitung und Fakturierung,- Lagerbestandsführung und. Bestellrechnung Debitorenbuchhaltung, Statistik/Erfolgsanalyse von IBM gelten, die mit dem neu. eingeführten System/32 zunächst lediglich für die Großhandelsbranche und hier für Elektro- und Haushaltsgeräte, Rundfunk und Fernsehen, Lampen, Leuchter und Instalationsmaterial entwickelt worden sind und zur Verfügung stehen.

Das Konzept, Individualprogramme über Checklisten computerunterstützt erstellen zu lassen, wird innerhalb der MDT insbesondere von folgenden Firmen realisiert:

IBM mit MAS (Modulares Anwendungs-System),

Kienzle mit EMPS (Einheitliche Modular-Programm-Struktur),

Nixdorf mit FIRM (Führungsdaten durch integriertes Rechnungswesen mit Modularprogrammen),

Philips mit Varial und Famos,

Triumph-Adler mit Triasis.

(Fortsetzung folgt)

Dr.-lng, K. Koschnitzki und REFA-Ing. F. Heitz sind wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts für technische Betriebsführung im Handwerk, Karlsruhe