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14.01.1983

Standards hinken neuestem Stand der Technik hinterher:Ada-Kritik: Zu komplex und sinnlos

NEW YORK (cw) - "In die Entwicklung der Programmiersprache Ada werden Millionenbeträge verpulvert", drückte Charles P. Lecht seine Befürchtungen über den Nutzen und die Zukunft dieser Programmiersprache auf der zweiten Standardisierungskonferenz der US-Air Force in Dayton, Ohio, aus.

Den Rückzug aus dem Ada-Projekt forderte der Präsident der Lecht Sciences Inc. und frühere Sprecher der Advanced Computer Techniques Corporation auf dieser Veranstaltung. Er befürchtet, daß Ada eventuell dasselbe Schicksal erleidet wie ein früheres Pascal-Derivat, die Sprache Jovial, die als Crosscompiler für die US-Air Force entwickelt wurde. Seiner Meinung nach existiere bereits ein Votum für Pascal oder Pascalähnliche Entwicklungen. Lecht fragt in diesem Zusammenhang, welcher Sinn darin bestehe, eine neue Sprache zu kreieren, wenn sich die wissenschaftliche Welt bereits auf Pascal eingestellt habe.

Lecht erregte mit seiner Kritik an Ada nicht das erste Mal Aufsehen in den Vereinigten Staaten. Von ihm stammt der Satz: "Sich von Cobol zu Ada zu bewegen entspricht dem Umzug von Boston nach New York, um Großstadtprobleme zu lösen."

Der Kritiker akzeptiere, so berichtet die COMPUTERWORLD, die Absicht des Department of Defense (DoD), Jovial für Waffenanwendungen einzusetzen. Jovial habe eine beachtliche Rolle in bestimmten militärischen Teilbereichen gespielt, aber es stelle sich die Frage, ob diese Sprache alle in sie gesetzten Ziele der Programmier- und Wartungsvereinfachung tatsächlich erreicht habe oder habe erreichen können.

Ähnliches befürchtet Lecht nun auch für Ada. "In sich zu komplex, überdimensioniert, stellt sich hier ein weiterer Softwareentwicklungstraum dar, der den Strom der gesteuerten Innovation aus seiner Richtung werfen wird." Die Technologie habe dramatische Veränderungen seit der Formulierung der Air Force-Direktiven über Jovial gemacht, aber die Methodologie der Auswahl von Standards sei gleich geblieben. Die Auswahl von Standards, die den Ansprüchen und Vorschriften der behördlichen Stellen entsprechen, erfordere in dieser technologischen Umwelt mehr Anstrengungen als jemals zuvor.