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30.11.2004

Standards und mehr Power für Blades

Die Blade-Technologie ist zwar ausgereift, aber die Entwicklung geht weiter. Standardisierung und mehr Leistung stehen auf der Agenda. Branchenlösungen sind im Kommen.

Da Blade-Server bereits seit einigen Jahren am Markt sind, müssen die Anwender heute kaum mehr mit Kinderkrankheiten rechnen. Allerdings gibt es noch viel Spielraum für Verbesserungen. So etwa beim leidigen Thema Standardisierung. Obwohl kaum zu erwarten ist, dass sich in absehbarer Zukunft eine Norm für die Hard- und Software entwickeln wird, haben einige große Anbieter erste zögerliche Schritte hin zu weniger proprietären Systemen gemacht.

Einheitliche Schnittstellen

So wurde zum Beispiel Ende vergangenen Jahres die "Server Management Working Group" innerhalb der "Distributed Management Task Force" ins Leben gerufen. Die Gruppe verfolgt das Ziel, einheitliche Schnittstellen für die Erkennung, Konfiguration und Verwaltung von Servern zu schaffen. Doch viel Sichtbares, was dem Anwender konkreten Nutzen brächte, ist dabei noch nicht entstanden.

Erfolgversprechender sind die Ansätze der Branchengrößen, Quasi-Standards zu schaffen und mit ihrer Marktmacht durchzusetzen. Ein solcher Weg ist etwa, die Infiniband-Switching-Technologie auf Blade-Server zu übertragen. Damit soll es möglich sein, Daten mit 80 Gbit pro Sekunde zwischen den einzelnen Blades im Chassis zu übertragen. Das Ziel dabei ist es, auf individuelle Schnittstellen jedes Servers zum LAN (Local Area Network) oder SAN (Storage Area Network) komplett zu verzichten. Vor allem die Verbindung zum SAN stellt heute noch ein Problem dar: Die Menge an Servern, die ein voll ausgebautes Chassis aufnehmen kann, sorgt unter Umständen für immense Datenvolumina im Netz. Intelligentere Technologien könnten hier Abhilfe schaffen. Einer der Vorreiter ist dabei IBM. Big Blue hat dazu ein Joint Venture mit dem jungen Unternehmen Topspin Communications gegründet. Aber auch andere Anbieter sind auf diesen Zug bereits aufgesprungen: Neben IBM bieten zum Beispiel Hewlett-Packard, Sun Microsystems oder RLX die Technik von Topspin an.

Ein weiterer Trend zeichnet sich bei der Anzahl der Prozessoren ab. Bislang waren Blades mit mehr als zwei Prozessoren wegen des komplexeren Platinenlayouts und der aufwändigeren Kühlung deutlich größer als Zwei-Wege-Blades. Bis jetzt bieten nicht alle Hersteller mehr als zwei Prozessoren pro Blade an. Nun hat zum Beispiel Fujitsu-Siemens mit dem "BX600" einen Blade-Server vorgestellt, der auf sieben Höheneinheiten und bei 85 Millimeter Breite bis zu vier Xeon-Prozessoren von Intel sowie zwei Festplatten aufnehmen kann. Der Hersteller verspricht, dass sich Vier- und Zwei-Wege-Blades der BX600-Serie im gleichen Chassis gemischt betreiben lassen. Dabei belegen die Server mit vier Prozessoren zwei Einschübe im Chassis. Die Gesamtzahl der CPUs bleibt im vollständig bestückten Gehäuse zwar gleich, kann aber durch den gemischten Betrieb verschieden ausgestatteter Server besser zugewiesen werden, wenn dedizierte Server notwendig sind.

Grundsätzlich scheint sich bei den Blades eine Entwicklung zu Branchenlösungen abzuzeichnen. Immer mehr Anbieter wollen mit speziell angepassten Produkten bei den Kunden punkten. Einen Schwerpunkt der Anbieter bilden zum Beispiel Industriebereiche, die extrem hohe Rechenleistung für Forschung und Entwicklung benötigen, etwa die Biochemie. Hier werden besonders häufig Linux-Cluster eingesetzt.

Viele Unternehmen benötigen statt der puren Rechenleistung jedoch eher eine Vielzahl von dedizierten Servern. Das ist besonders in der Telekommunikationsbranche und bei den Internet-Providern der Fall. Diese Marktsegmente werden entsprechend umworben. Die Marktführer IBM und Hewlett-Packard haben spezielle Blades für Telekommunikations- und Netzwerkdienstleister entwickelt.

Unterschiedliche Wege

Allerdings verfolgen sie dabei unterschiedliche Wege: Während IBM gemeinsam mit Partnern wie Intel die Telcos von der Blade-Technologie überzeugen will, setzt HP im Rahmen seiner unter dem Schlagwort Advanced Open Telecom Platform (AOTP) angekündigten Infrastrukturkomponenten auf den Standard ATCA (Advanced Telecom Computing Architecture). Er soll die Kompatibilität der Infrastrukturen sicherstellen. Nach Meinung vieler Analysten ist dieser Ansatz erfolgversprechend.

Doch scheint IBM fest davon überzeugt zu sein, seine Technik als allgemeinen Standard etablieren zu können. So hat der IT-Konzern gemeinsam mit Intel angekündigt, die Designspezifikationen der Bladecenter-Plattform anderen Herstellern zugänglich zu machen. (wh)