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09.08.1985

Standards, Unix und Exoten

Das 1973 von Gary Kildall entwickelte Betriebssystem CP/M ermöglichte erstmals die Portabilität von Programmen zwischen verschiedenen Rechnertypen. Das System läuft auf den Prozessoren 8080, 8085 und Z-80 und kommuniziert über standardisierte Sprungtabellen mit rechnerspezifischen Eigenheiten der Hardware.

Anwenderprogramme, die ausschließlich diese I/O-Adressen verwenden, laufen auf allen CP/M-Rechnern mit identischem Disketten-Aufzeichnungsformat. Dieser hohe Grad an Flexibilität führte zu einem umfangreichen Programmangebot der Softwarefirmen und begünstigte eine große Verbreitung des Betriebssystems. Das Standard-CP/M-80 änderten einige Computerhersteller individuell ab. So entstanden CDOS von Cromemco und TurboDos.

Nach dem Starterfolg hielt der CP/M-Hersteller Digital Research

Konzept fest und brachte erweiterte Versionen (MP/M, CP/M+) und Implementierungen auf Prozessoren der 16-Bit-Generation (CP/M-86, CP/M-68K) heraus.

So ist MP/M II eine um einige Kommandos und Multiuserfähigkeit erweiterte CP/M-Version. Befehle wie CONSOLE, DISKRESET, SPOOL, SHED oder ATTACH erlauben mehreren Programmierern, gleichzeitig an einem Rechner zu arbeiten oder Routinen im Hintergrund ablaufen zu lassen.

CP/M Plus, auch unter der Bezeichnung CP/M 3 bekannt, paßt sich dem zunehmenden Speicherangebot an. Wenn auch der Adreßraum der Z80-CPU auf 64 KB begrenzt ist, so kann sie doch bis zu 1 MB Hauptspeicher verwalten, da sie den Speicherbereich segmentiert. CP/M Plus unterstützt Diskettenkapazitäten über 16 MB, was mit CP/M 2.x nicht möglich ist.

Die in erster Linie für den IBM PC entwickelte Variante CP/M-86 bietet dem Anwender 1 MB Arbeitsspeicher ohne "Kunstgriffe" wie RAM-Segmentierung. Das 16-Bit-CP/M hatte jedoch schwierigere Startbedingungen als sein 8-Bit-Vorbild. Während diese Version anfangs ohne Mitstreiter den Mikro-Marktbeherrschte, mußte CP/M-86 gegen MS-DOS, dem Konkurrenten von Microsoft, ankämpfen. Unter dem Namen PC-DOS installierte es IBM selber auf seinen Mikrocomputern. Das DOS verkörpert eine Mischung zwischen CP/M-80 und CP/M-86. Digital Research versuchte mit den Nachfolgesystemen MP/M-86 und Concurrent-CP/M (CCP/M-86), Microsoft die Spitzenposition bei den 16-Bit-Rechnern abzujagen.

Konkurrenz droht auch aus Reihen der Minicomputer. Das Betriebssystem Unix aus den Bell-Laboratorien von AT&T und Western Electric erreicht mit seiner Anpassungsfähigkeit steigende Beliebtheit auf Mikrocomputern der oberen Leistungsklasse.

Unix unterstützt den Anwender und Programmierer durch mehr als 200 Befehle und umfangreiche Dienstprogramme. Da die Routinen nahezu ausschließlich in der Sprache "C" geschrieben sind, kann der User sie ohne Änderungen auf verschiedene Rechnertypen übertragen. Systembefehle lassen sich ohne Probleme in Anwenderprogramme einbinden.

Unix läuft vor allem auf Computern mit 68000-Prozessoren von Motorola. Das für diese Mikros auch angebotene CP/M-68K hat weder die Multiuser- noch die Multitaskfähigkeiten des Produktes aus den Bell-Labors. Auch kleinere und wenig verbreitete Betriebssysteme wie Chromix von Cromemco, Oasis 16 oder das deutsche "Eumel" mit seiner Sprache Elan werden es da schwerhaben.