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29.04.1988

Standpunkt

Herbert Rotthauwe, Leiter DV-Aus- und Weiterbildung VEBA OEL AG, Gelsenkirchen

Was gehört künftig an Informatikwissen zur Pflicht, was zu Kür? Mehr als nur Technikwissen auf jeden Fall, stimmen Experten aus Lehre und Praxis überein. "Lernen und Handeln mit Kopf, Herz und Hand sollte Leitsatz eines jeden Informatikers sein", resümiert Herbert Rotthauwe.

Informatikwissen in Pflicht und Kür (V)

Moderne Techniken der Informationsverarbeitung und der Kommunikationstechnik bedeuten eine zunehmende Integration der modernen Arbeitsmittel und Verfahren in Produktion und Verwaltung. Zu den drei traditionellen Grundtechniken unserer Kultur und Zivilisation, zu Lesen, Schreiben und Rechnen ist somit eine vierte hinzugekommen, der Umgang mit den Werkzeugen der Datenverarbeitung und Datenübertragung sowie die Kenntnis ihrer Anwendungsmöglichkeiten.

Methoden der Informationsverarbeitung und ihre praxisgerechte Handhabung werden so zum Bestandteil vieler Berufsbilder, ohne sie jedoch grundsätzlich zu verändern. Die Informatik als solche Grundtechnik ist dabei sich als festes und wichtiges Fach in den Lehrplänen zu etablieren.

Rund 13 000 Diplominformatiker von Hoch- und Fachhochschulen stehen heute im Beruf, etwa 29 000 Informatikstudenten bereiten sich auf ihr Diplom vor.

Bis zum Jahr 2000 wird in der Bundesrepublik der Mindestbedarf an Informatikern auf 100 000 geschätzt.

Neben dem Informatiker wird es den "Bindestrich-lnformatiker" mit Fach und Informationswissen und den Anwender von Informatik in Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften geben.

Dies entspricht dem zukünftigen Bedarf:

Hauptfach-Informatiker:

Einsatz: Zentrale Informationsverarbeitung/Systementwicklung und Wartung

Voraussetzung: Für Betriebe meist erst attraktiv, wenn zur

Hochschulausbildung zusätzlich Ausbildung und Praxis bei einem Hersteller beziehungsweise Softwarehaus nachgewiesen werden kann

Bedarf/Trend: steigend Bindestrich-Informatiker:

Einsatz: Fachbereiche/DV-Schnittstelle Entwicklung und Wartung von fachspezifischen Anwendungssystemen allen oder in Kooperation mit der Hauptfach-Information

Voraussetzung: Fachstudium mit solidem Informatik-Grundwissen

Bedarf/Trend: stark steigend Anwender der Informatik:

Einsatz: Mitarbeiter in fast allen kaufmännischen und technischen Berufen, zuständig für den Einsatz von vorgefertigter Anwendungssoftware.

Voraussetzung: Fachspezifische Ausbildung, ergänzt um Basiswissen im Bereich der Informationsverarbeitung. Ein Informatikstudium ist nicht erforderlich.

Bedarf/Trend: sehr stark steigend

Zu den entsprechenden Studienfächern: Ich kann mich des Eindruckes nicht verwehren, daß hier zu sehr "akademisch" und theoretisch gelehrt wird.

Meine persönliche Meinung dazu lautet:

- Auf Intelligenz, Kreativität und Umsetzungsfähigkeit der Mitarbeiter können Firmen trotz aller Mikroelektronik auch in Zukunft nicht verzichten.

- Schwerpunkt darf nicht das Erlernen von Bedienungstechniken sein, sondern vielmehr das Erkennen logischer Zusammenhänge und potentieller Anwendungsmöglichkeiten.

- Soziales und solidarisches Empfinden und Verhalten, Selbstbewußtsein und Verantwortungsbewußtsein kennzeichnen den Informatiker ebenso wie sein Fachwissen.

- Einer durch persönliches Engagement auch außerhalb des direkten beruflichen Nutzens breit angelegten Persönlichkeit, im Gegensatz zu dem nur einseitig geformten Spezialisten, räume ich auch in Zukunft noch größere Chancen ein.

Lernen und Handeln mit Kopf, Herz und Hand sollte Leitsatz eines jeden Informatikers sein.