Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

11.08.2000 - 

Bunte Utility-Sammlung als Softwareservice

Stardock bietet Windows-Desktop als Hybrid-ASP-Service an

MÜNCHEN (wm) - Ausgerechnet ein Utility-Hersteller zählt sich zu den ersten ASP-Anbietern im Desktop-Bereich. Mit dem neuen "Object Desktop 2000" bietet Stardock eine umfassende Suite mit Desktop-Erweiterungen für die Windows-Familie.

Ehemalige OS/2-Anwender werden sich vielleicht noch erinnern: "Object Desktop" von Stardock war eine mächtige Desktop-Erweiterung, die neben optischer Kosmetik der biederen Workplace Shell vor allem Verbesserungen beim Datei-Management und der Bedienbarkeit brachte. Nach Angaben des Hersteller war dieses Utility das meistverkaufte OS/2-Programm aller Zeiten. Nun möchte Stardock seinen Erfolg auf dem Windows-Markt wiederholen.

Das neue Object Desktop 2000 besteht aus einem bunten Mix an - jeweils auch einzeln erhältlichen - Programmen, die einerseits das Aussehen des Windows-Desktops verändern und andererseits dessen Funktionalität erweitern. Die derzeit populärste Komponente ist "Windowsblinds". Sie dient dazu, mit so genannten Skins das Aussehen der Fenster und Bedienelemente individuell zu verändern. Dabei geht es nicht nur um Farb- und Schriftschemata, wie sie die "Plus!"-Pakete von Windows 9x beinhalten. Windowsblinds tauscht Fenster und Schaltflächen komplett aus, so dass der Anwender - zumindest optisch - beispielsweise über einen Mac- oder Unix-Desktop verfügt.

Das Utility zählt zu den derzeit beliebtesten Shareware-Programmen. Grund dafür ist seine unbegrenzte Erweiterbarkeit. Jeder ambitionierte Anwender kann seine eigenen Skins erstellen und sie anderen Anwendern zum Beispiel über www.skinz.org zur Verfügung stellen. Die in letzter Zeit stark steigende Nachfrage nach solchen optischen Programmzusätzen ist offenkundig Ausdruck eines zunehmenden Bedürfnisses nach Individualität angesichts des weltweiten Einheitsbreis bei den heutigen Benutzeroberflächen.

Eine weitere optische Spielerei aus der Object-Desktop-Kiste ist "Windowfx". Dieser Zusatz erweitert vor allem unter Windows 2000 die Explorer-Shell um einige spektakuläre Effekte, die aus der Videobearbeitung bekannt sind - in erster Linie geht es um Transparenz von Fenstern und Schaltflächen. Hier macht Stardock Gebrauch von einigen neuen, bisher ungenutzten APIs, die Microsoft mit Windows 2000 eingeführt hat. Die Funktionen reichen vom Ein- und Ausblenden von Fensterelementen bis hin zu diversen Transparenzeffekten. Es lassen sich sogar einzelne Anwendungen in einem einstellbaren Grad durchsichtig machen. Beim Arbeiten mit mehreren Fenstern ist dies durchaus nützlich, um durch das Fenster hindurch Sicht auf ein normalerweise verdecktes Programm zu erhalten. Unter Windows 9x ist nur ein Teil dieser Funktionen nutzbar.

Aber auch auf die funktionale Erweiterung von Windows hat Stardock mit Object Desktop 2000 großen Wert gelegt. Das "Control Center" bietet die Einrichtung virtueller Bildschirme, das Monitoring von Systemressourcen sowie den direkten Zugriff auf zuvor ausgewählte Explorer-Elemente wie beispielsweise Ordner. Das "Tab Launch Pad" schließlich kann als flexiblere Alternative zum Windows-Startmenü eingesetzt werden.

Stardock möchte aber nicht nur mit seiner Utility-Sammlung, sondern auch mit dem damit eingeführten ASP-Geschäftsmodell auf sich aufmerksam machen. Der Anwender erwirbt gegen eine Jahresgebühr die Lizenz zum Einsatz der derzeitigen Suite. Jedes der weiteren, bereits angekündigten Zusatzprodukte, die innerhalb der Jahresfrist erscheinen, kann sich der Kunde über das Objektverwaltungs-Tool "Component Manager" ohne Zuzahlung von Stardock.net herunterladen.

So fortschrittlich, wie es der Hersteller darstellt, ist dieses Servicemodell bei näherem Hinsehen jedoch nicht. Stardock nennt es "Hybrid-ASP" und begründet diese Form der Softwareverteilung per Download und lokaler Installation mit den derzeit noch niedrigen Netzbandbreiten. Dass bei diesem Modell tatsächlich bereits "die Grenze zwischen traditionellem Softwarepaket und Thin Client verschwimmt", wie das Unternehmen angibt, setzt aber eine großzügige ASP-Interpretation beim Kunden voraus. Man könnte es auch einfach eine andere Form der Lizenzierung nennen.