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10.11.2000 - 

Schluss mit statischen Links und Icons

Stardocks Desktopx macht Windows-GUI objektorientiert

MÜNCHEN (wm) - An einer alternativen Desktop-Technologie für Windows basteln die Entwickler von Stardock bereits seit eingen Jahren. Hat sich das Unternehmen mit "Windowblinds" und anderen Tools bisher hauptsächlich der optischen, oberflächlichen Verschönerung gewidmet, steht mit der Betaversion von "Desktopx" nun eine objektorientierte Erweiterung für die Benutzeroberfläche zur Verfügung.

Brad Wardell, CEO von Stardock (www.stardock.com), trauert immer noch der objektorientierten Benutzeroberfläche "Workplace Shell" (WPS) von OS/2 nach. Nachdem der Markt aber ganz klar in Richtung Windows marschiert ist, hat sich die ehemalige OS/2-Softwareschmiede bereits seit mehreren Jahren der Weiterentwicklung des Windows-Desktops verschrieben. Verbesserungsbedarf gibt es mehr als genug, denn mit dem Explorer als Shell ist Microsoft bei Windows 95 einen sehr konservativen Weg gegangen. Typisches Merkmal dafür sind etwa die statischen Links, die, im Dateisystem verankert, keinerlei Wissen um die Objekte haben, die sie repräsentieren. Zwar gibt es etliche Programme, die mit Desktop-Themes oder einem Explorer-Ersatz das Aussehen von Windows verändern. Im Grunde beschränken sie sich aber auf Oberflächenkosmetik - der Desktop wird bunter, die Funktionalität bleibt aber die gleiche.

Ganz anders funktionieren objektorientierte Ansätze wie die WPS oder nun Desktopx. Laut Wardell handelt es sich um eine Erweiterung der Explorer-Shell, die Elemente wie den Taskbar oder das Programm-Menü durch "lebende Objekte" ersetzt. Desktopx-Objekte sind eigenständige, kleine Programme, die im Gegensatz zu Icons Nachrichten an andere Programme senden und auch empfangen können. Einer Programmverknüpfung kann es in diesem Fall egal sein, ob das betreffende Programm in C:\Programme oder in D:\Apps residiert, weil sie mit der zugehörigen Exe-Datei dynamisch verknüpft ist. Ein weiteres Beispiel wäre etwa ein Laufwerksobjekt, das mit einer Tortengrafik die Belegung der Partition anzeigt. Noch ein Vorteil gegenüber der herkömmlichen Shell oder auch den unzähligen Shell-Utilities ist, dass Desktopx völlig unabhängig von der Bildschirmauflösung ist.

Etwas irreführend ist das Marketing von Stardock. So reiht sich Desktopx ein in die "Object-Desktop"-Familie des Herstellers. Außer Desktopx hat aber keines der übrigen Utilities etwas mit Objektorientiertheit zu tun - es handelt sich um Tools zur Verschönerung von Windows.

Desktopx ist laut Wardell noch keineswegs fertig. So sollen in Zukunft Desktopx-Themen sowie Desktopx-Objekte in XML beschrieben werden können. Außerdem arbeitet Stardock an einem COM-Wrapper, der es COM-Objekten erlaubt, mit Desktopx-Objekten zu kommunizieren. Auch zusätzliche Klassen sind in Arbeit, beispielsweise ein Web-Browsing-Control.

Fraglich ist indes, ob auch zukünftige Windows-Versionen noch Spielraum für externe Erweiterungen wie Stardocks Desktopx lassen. So wird der Windows-2000-Nachfolger "Whistler" eine frei konfigurierbare Benutzeroberfläche auf XML-Basis erhalten, die mit dem bisherigen Einheitslook Schluss machen soll.