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25.10.2004

Starke PC-Nachfrage beflügelt Microsoft

Das wieder erwachte Interesse an PCs und PC-Servern hat dem Softwareriesen in seinem ersten Geschäftsquartal 2005 ein glänzendes Ergebnis beschert.

Mit einem Nettoertrag von 2,9 Milliarden Dollar verbesserte Microsoft das Vorjahresergebnis um rund 300 Millionen Dollar. Da auch der Umsatz um zwölf Prozent wuchs, übertraf die Company sowohl die eigenen Prognosen als auch die der Börsianer. Trotzdem kam an der Wallstreet keine rechte Freude auf: Microsoft kalkuliert im laufenden Geschäftsjahr nur noch mit einem Umsatzplus von 5,6 bis 6,4 Prozent das wäre der niedrigste Zuwachs seit dem Börsengang vor 18 Jahren.

Analysten äußerten zudem die Befürchtung, dass Microsoft nicht schnell genug neue Produkte auf den Markt bringen könne, um das hohe Wachstumsniveau zu halten. Das neue Windows-Betriebssystem "Longhorn" wird in der Client-Variante frühestens 2006 und in der Server-Ausführung erst 2007 erwartet.

Finanzchef John Connors kommentierte die vorgelegten Zahlen allen Zweiflern zum Trotz positiv: "Der Anfang eines sehr guten Geschäftsjahres mit anhaltendem Wachstum sowohl im Unternehmens- als auch im Endkundengeschäft ist hiermit gemacht." Der Chief Financial Officer (CFO) erwähnte insbesondere die zweistellige Umsatzsteigerung im Server- und Desktop-Bereich. Doch auch die anderen Unternehmenssparten erzielten teils kräftige Umsatz- und Ergebnisverbesserungen.

Besonders gut schnitt die Division "Server and Tools" ab, deren Einnahmen um 19 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar kletterten. Der operative Gewinn der Sparte stieg im Jahresvergleich um 84 Prozent auf 701 Millionen Dollar. Die für die Bürosoftwaresuite "Office" zuständige Unternehmenseinheit "Information Worker" steigerte ihre Einnahmen gegenüber dem Vorjahrsquartal um 14 Prozent auf 2,56 Milliarden Dollar. Wie immer ist die Profitabilität dieses Geschäftszweigs beeindruckend: Der operative Gewinn erhöhte sich um 18 Prozent auf 1,89 Milliarden Dollar.

Gute Geschäfte mit PC-Windows

Die Desktop-Betriebssysteme-Unit "Client" setzte dank der anhaltend starken PC-Nachfrage 2,99 Milliarden Dollar um, sieben Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Der Betriebsgewinn dieses Bereichs legte um sechs Prozent auf 2,39 Milliarden Dollar zu also auch hier eine mehr als ungewöhnliche Profitrate.

Zuwächse verzeichnete auch der Online-Dienst MSN: Dank steigender Werbeerlöse nahm die Sparte mit 540 Millionen Dollar zehn Prozent mehr ein als im Vorjahr, der operative Gewinn stieg um 35 Prozent auf 77 Millionen Dollar. Weiterhin rote Zahlen wies dagegen die ERP-Einheit "Microsoft Business Solutions" (MBS) aus, in deren Ausbau Microsoft zurzeit viel Geld investiert. Der Betriebsverlust ging jedoch im Vergleich zum Vorjahresquartal um 40 Prozent auf 41 Millionen Dollar zurück. Der Umsatz des Bereichs stieg um neun Prozent auf 160 Millionen Dollar. Da Microsoft in diesem Geschäftszweig weitere Investitionen plant, dürften diese Zahlen in naher Zukunft die größte Dynamik aufweisen.

Der für Handy- und Handheld-Systeme zuständige Unternehmensbereich "Mobile and Embedded Devices" entwickelte sich ebenfalls positiv: Die Einnahmen wuchsen um 30 Prozent auf 69 Millionen Dollar, das Minus verringerte sich übers Jahr um 41 Prozent auf 42 Millionen Dollar. Die Xbox-Sparte "Home and Entertainment" konnte ihren Umsatz dank überraschend hoher Geräteabsätze um neun Prozent auf 632 Millionen Dollar steigern. Der Betriebsverlust wurde mit 142 Millionen Dollar nahezu halbiert.

Während die Gesamteinnahmen deutlich anstiegen, verbuchte Microsoft einen unerwartet hohen Rückgang des Unearned Revenue. Dabei handelt es sich um Einnahmen aus langfristigen Lizenzverträgen, für die noch keine Leistungen erbracht wurden. Anstelle des erwarteten Minus von maximal 300 Millionen Dollar musste die Gates-Company hier gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Schwund um 395 Millionen Dollar auf 7,78 Milliarden Dollar hinnehmen.

Laut CFO Connors weist dies jedoch nicht darauf hin, dass das Geschäft mit mehrjährigen Lizenzverträgen Probleme hat. Die Kunden würden sich lediglich etwas mehr Zeit bei den Abschlüssen lassen. Zudem kauften nun überraschend viele Anwender Produkte insbesondere Server ohne Wartungsvertrag.

Hoffen auf Softwareabos

Connors bekräftigte Microsofts Prognose, wonach zwischen 65 und 75 Prozent der Abonnenten des Lizenzprogramms "Enterprise Agreement" (EA) sowie bis zu 30 Prozent der Kunden von "Upgrade Advantage" (UA) ihren Vertrag erneuern werden. Bis Geschäftsjahresende werde Microsoft nicht realisierte Einnahmen von rund 8,6 Milliarden Dollar aufweisen, so der CFO.

Für das angebrochene zweite Geschäftsquartal rechnet der Konzern mit Erlösen zwischen 10,3 und 10,5 Milliarden Dollar und einem Nettogewinn von 28 Cent pro Aktie. Für das Gesamtjahr 2004/05 stellt Microsoft Einnahmen zwischen 38,9 Milliarden und 39,2 Milliarden Dollar in Aussicht. Der Reingewinn soll 1,07 bis 1,09 Dollar je Anteil betragen. (mb)