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17.07.1992 - 

Telekom gründet Mobilfunk-Tochter

Start der digitalen Funknetze D1 und D2 ruft Skepsis hervor

BONN (gh) - Auch nach dem offiziellen Startschuß für die beiden digitalen Mobilfunknetze D1 und D2 bestehen aufgrund der immer noch nicht abgeschlossenen Standardisierung der Endgeräte nachhaltige Zweifel an deren Funktionstüchtigkeit. Trotzdem will die Telekom bereits bis zum Jahre 2000 drei Millionen DI-Kunden betreuen und zum Marktführer avancieren. In einem - zunächst bis zum 31. Dezember - befristeten "Einführungsbetrieb" lockt das Postunternehmen mit einem Verzicht auf die monatliche Grundgebühr.

Während D2-Anbieter und Telekom-Konkurrent Mannesmann fast stillschweigend mit dem kommerziellen Betrieb seines Netzes begann, gab man sich beim Bonner Carrier lautstark optimistisch. Nach den Worten von Klaus Hummel, Mobilfunk-Vorstand der Telekom, wird das D1-Netz bereits "zum Jahresende 60 Prozent der Fläche der Bundesrepublik abdecken und damit rund 80 Prozent der Bevölkerung versorgen können". Bis Ende 1993 soll das D1-Netz, so der Telekom-Vorstand vor der Presse in Bonn, "in den alten Bundesländern annähernd flächendeckend operieren".

Als ein "Ärgernis" bezeichnete Hummel die in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen sorgenden Schwierigkeiten bei der Auslieferung der Endgeräte sowie deren Standardisierung. Diese Probleme seien nun jedoch "weitgehend gelöst". Derzeit könne das Postunternehmen über 10000 Endgeräte disponieren, Ende des Jahres sollen es rund 38000 sein.

Als durchaus mehr als ein Ärgernis könnte sich indes die nach wie vor nicht abgeschlossene Standardisierung der Endgeräte und deren unzureichende Erprobung im Netzbetrieb herausstellen. Wie der Telekom-Vorstand einräumte, lieferten die Hersteller derzeit die Endgeräte nur mit einer vorläufigen, bis zum 31. Dezember befristeten Zulassung - der "Interim Type Approval" (ITA) aus. Grund: Erst Ende 1991 hatte die Software eine vorläufige Stabilität erreicht, durch fehlende geprüfte Endgeräte konnten daher umfangreiche Belastungstests, die für eine Qualitätszusage notwendig sind, bisher nicht durchgeführt werden.

Die Mobilfunk-Kundschaft der ersten Stunde muß sich also - unabhängig von der Entscheidung für D1 oder D2 - unter Umständen auf größere Pannen oder sogar Funkstille im Netz einstellen; allerdings habe, wie Hummel betonte, der einjährige Probebetrieb "keinen Anlaß für derlei Befürchtungen ergeben". Unabhängig davon hat der D1-Betreiber die ersten sechs Monate als "Einführungsbetrieb" deklariert und verzichtet in der Zeit auf die monatliche Grundgebühr von 79 Mark.

Zur, wie es bei der D1-Präsentation hieß, "Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit, besonders im ökonomischen Bereich", gründeten die Telekom-Verantwortlichen die Deutsche Telekom Mobilfunk GmbH als Tochtergesellschaft, die ausschließlich für die wirtschaftlichen Belange des D1-Geschäftsverantwortlich sein wird. Beim digitalen Mobilfunk kooperiert die Telekom erstmals - unabhängig von der eigenen Organisation im Direktvertrieb - mit zwölf Diensteanbietern, die D1 im eigenen Namen und auf eigene Rechnung vermarkten. Darüber hinaus ist auch der Fachhandel in die neue Vertriebsstrategie eingebunden.