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25.04.2006

Start einer Europamarke

Von Ulrike Goressen

Vom 21. bis 23. April fand der zweite Euronics-Kongress in Leipzig statt. Knapp 3.000 Teilnehmer aus rund 1.000 Mitgliedsbetrieben besuchten am Samstag und Sonntag die Hausmesse, an der wieder mehr als 200 Aussteller aus der Welt der braunen, weißen und IT-Ware teilnahmen.

Das heißeste Thema wurde aber am Freitag, also am 21. April 2006, behandelt. Denn da fiel der offizielle Startschuss für die europäische Handelsmarke "Euronics". Ab diesem Jahr ist Deutschland das 16. europäische Land, in dem "Euronics" die Hauptmarke ist. "Masters" und "Red Zac", die über Jahre hinweg von den (ehemaligen) Interfunk- und Ruefach-Mitgliedern gepflegten nationalen Marken, werden wie schon vor einem Jahr angekündigt, eingestellt, da sie nicht europatauglich sind.

Am Freitagnachmittag fand die Kick-off-Veranstaltung zur europäischen Handelsmarke "Euronics" statt. Über 1.800 Teilnehmer aus Handel und Industrie ließen sich von Prominenten aus Politik, Wirtschaft und Showbiz unter dem Motto "Sieg der Sterne" den Europa-Gedanken schmackhaft machen.

Im Mittelpunkt des neuen Konzepts steht das blaugelbe Euronics-Logo mit den vier Sternen. Auch wenn es die Marke Red Zac zum Jahresende nicht mehr geben soll, die Figur bleibt als Werbeträger erhalten und bekommt mit der keckernden Stimme von Otto Waalkes (Synchronstimme des hyperaktiven Faultiers Sid im Hollywood-Hit "Ice Age") ein neues, witziges Image verpasst.

Das Kick-off war ein großer Erfolg. Trotz anfänglicher Bedenken, die während der Kaffeepause erhoben wurden, unterschrieben rund 80 Prozent der anwesenden Händler bis Samstag bereits den neuen Vertrag. Diesen Erfolg vermeldete der sichtlich glückliche Vorstandssprecher Werner Winkelmann während der Abendveranstaltung. Damit kommt er dem Ziel, bis Jahresende 1.000 Outlets umzurüsten, schon sehr nah.

Die derzeit rund 2.000 Euronics-Mitglieder setzen sich jeweils aus 450 Red-Zac- und Masters-Händlern zusammen. Dazu kommen rund 800 Service-Points sowie 300 markenunabhängige Fachhändler. Laut Winkelmann wollen die Ditzinger alle 900 Markenhändler und mindestens 100 freie Händler als Euronics-Markenhändler gewinnen.

Die meist sehr kleinen Service-Points haben eine Sonderstellung, da sie aufgrund ihres hohen Serviceanteils von mehr als 50 Prozent kaum das komplette Warensortiment bevorraten können, das durch die bundesweiten Werbe- und Marketingaktionen verbindlich wird.

Die hohe Zahl der schnellen Vertragsunterschriften ist in der Tat bemerkenswert, da auf jedes Mitglied im Gegenzug zu den vielen Vorteilen einer europäischen Marke (einheitliches Erscheinungsbild, größere Marktbedeutung beim Kunden und massiveres Gewicht bei Verhandlungen mit der Industrie) auch Arbeitsaufwand zukommt. Denn die Läden müssen innen und außen umgeflaggt werden.

Die Kosten für die Umgestaltung sowie die geplanten Marketingaktivitäten werden von der Zentrale mit Zuschüssen und Boni mitfinanziert. Die Höhe der Zuschüsse hängt von der Quadratmeterzahl ab sowie vom Umfang der Veränderungen. Da beispielsweise Masters-Händler einen deutlich höheren Umgestaltungsaufwand haben werden als die Red-Zac-Gruppe, liegt der Zuschuss pro qm für die "Masters" bei 18 Euro, für die "Red-Zacs" bei 12 Euro. Für Fade in/Fade out liegen die Zuschüsse pro qm bei 10 respektive 5 Euro. Und wer die verschiedenen Angebote wie Flyer und Beilagen zur werblichen Stärkung der neuen Marke nutzt, erhält einen großen Teil der Kosten über ein mehrschichtiges Bonifizierungsmodell zurück.

Im Zuge der Einführung der neuen Handelsmarke wird auch das Absatzmarketing neu geordnet, etwa durch die Schaffung von Systemgruppen, unter anderem im Bereich PC/Multimedia, Mobilfunk, Car Hi-Fi oder Audio/Video-Premium-Bereich. Daneben gibt es wie gehabt bei Euronics unterschiedliche Betriebstypen: Die Möglichkeiten reichen von der großflächigen Mega Company über Fachmärkte bis hin zu Electronic Stores und Shops sowie Service Points.