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08.05.1998 - 

Wie die Kooperation von Wirtschaft und Hochschule laufen kann

Startklar fürs Internet: Unis geben Schützenhilfe

Electronic Commerce ist für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ein Buch mit sieben Siegeln. Doch die Scheu vor dem Internet kann sich sehr schnell zu einem ernsthaften Wettbewerbsnachteil auswirken. Mit dem Projekt "Ad astra Unternehmen Online" will die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (FHTW) gemeinsam mit dem Institut für Technische Weiterbildung e.V. (ITW) und dem Rationalisierungskuratorium der Deutschen Wirtschaft e.V. (RKW) Berliner Unternehmen fit für den Umgang mit dem Internet machen.

In einem zwei Jahre umfassenden Trainings- und Beratungsprogramm, das fachübergreifend informatik- und multimediabe- zogene Potentiale der Hochschule zusammen mit den betriebswirtschaftlichen Disziplinen nutzt, lernen die Unternehmen, das Internet für ihre Marketing-Strategien zu verwenden. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Adapt-Programms der Europäischen Kommission und der Berliner Senatsverwaltung. Europäische Kooperationspartner sind Unternehemen, Kommunalverwaltungen und Hochschulen aus Dänemark, Schweden und Irland. Ansprechpartner in Dänemark ist die Handelsschule von Koege, in Schweden die Kommunalverwaltung der Gemeinde Nybro und in Irland der Kristallhersteller Waterford Crystal.

In der Hauptstadt werden derzeit 50 Fach- und Führungskräfte aus 22 Unternehmen mit den Anwendungsmöglichkeiten des Internet vertraut gemacht und darin geschult, wie moderne Informations- und Kommunikationstechnologien technisch und wirtschaftlich sinnvoll einzusetzen sind. Zu ihnen gehören Hersteller der Elektro- und Bürotechnik ebenso wie Architekturbüros, Druckereien, Transportunternehmen und Handwerkskammern.

Zunächst analysiert die Hochschule vorab den Qualifizierungsbedarf der Unternehmen. Aufgrund der regelmäßigen Rückmeldung seitens der Teilnehmer sei es bei der Umsetzung möglich, flexibel auf die Weiterbildungsbedürfnisse der einzelnen Mitarbeiter einzugehen, erklärt Bärbel Sulzbacher, Koordinatorin des Berliner Projekts.

Das Programm begleitet die teilnehmenden Unternehmen über einen Zeitraum von 15 Monaten.

Es umfaßt Schulungsphasen mit differenzierten Informations- und Trainingsangeboten für Führungskräfte und Mitarbeiter sowie betriebliche Umsetzungsphasen, die von Informatikern, Marketing-Experten und Technikern mit individueller Beratung betreut werden.

Die Einbindung von Ad astra in den europäischen Markt soll durch das Netzwerk der europäischen Partner gewährleistet sein. In Berlin wird das Projekt auch von der EU (siehe Kasten "Förderung durch die EU") und der Deutschen Telekom AG unterstützt.

Durch die finanzielle Unterstützung aus dem Adapt-Programm sowie von der Senatsverwaltung für Arbeit, berufliche Weiterbildung von Frauen fällt die Eigenbeteiligung an den Projektkosten mit 500 Mark pro Person relativ gering aus. Die Pauschale berechtigt zur Teilnahme am gesamten Qualifizierungsprogramm. Dieses umfaßt 250 Lehreinheiten ê 45 Minuten als Seminar, Laborübung und Workshops.

Hierzu gehören Informationsveranstaltungen zum Thema "Information und Kommunikation als Anpassungsstrategie", Seminare und Laborübungen zu Techniken des Informationsaustausches oder interkulturelles Management. Gelehrt wird der Aufbau von Online-Kundendiensten und Kooperationsnetz.

Neben der Implementierung von IKT wird auch die Akzeptanz neuer IKT-Arbeitsformen durch die Mitarbeiter diskutiert. Zur Intensivierung europäischer Geschäftskontakte gehört ebenfalls das Arbeiten im virtuellen Unternehmen. Aber auch individuelle Firmenberatungen werden angeboten. Eine Telefon-Hotline hilft bei technischen Notfällen, die während der Implementierung neuer Technologien immer mal wieder vorkommen.

Für die Neugestaltung der innerbetrieblichen Kommunikation und der Außenkontakte gehören auch "soft skills" zum Trainingsprogramm, wie Teamworking, Konflikt-Management und interkulturelles Management.

Die Partnerländer tauschen Lehrinhalte, didaktische Konzepte und Materialien aus und streben die Vernetzung der in regionalen Projekten eingebundenen Unternehmen an. So ist die Berliner Hochschule zur Zeit Projektpartner des irischen Unternehmens Waterford Crystal im betrieblichen Weiterbildungsprojekt Sesam, das erfolgreich aus der letzten Antragsrunde des EU-Programms Leonardo hervorging.

Bei der Umsetzung ihrer Entdeckungen und Erfindungen fehlt den meisten jungen Wissenschaftlern nicht nur das Kapital, sondern auch das unternehmerische Know-how. Hierzu gibt es in den USA ein neues Serviceangebot im Internet. Es verbindet Kapitalgeber und Kapitalnehmer kleiner Firmen miteinander. Die Small Business Administration (SBA), eine Behörde der amerikanischen Regierung, betreibt seit einiger Zeit über das Internet das sogenannte "Angel Capital Electronic Network" (ACE-Net). Ziel des Programms ist es, angehende Jungunternehmer und "Angels", wohlhabende Privatpersonen, die über einschlägige technische Kenntnisse und Branchenerfahrung verfügen und häufig gerade an kleinen High-Tech-Projekten interessiert sind, zusammenzuführen und damit kreative und geschäftliche Potentiale gemeinsam zu entfalten. Im ACE-Net können Jungunternehmer einen Geschäftsplan veröffentlichen, den sie in Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen Organisationen entwickelt haben.

Kontakt: Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Euro-Consult, Bärbel Sulzbacher, Treskoallee 8, 10313 Berlin, Tel.: 030/ 50192526, Fax: 030/50192805.

Brendan McKoen, SBA, USA, Tel.: 001/202-2057749 , Internet: http://www.ace-net.sr.unh.edu.Uni Mannheim hilft Saudi-Arabien

Bislang war das Königreich Saudi-Arabien nicht im Internet vertreten. Auf ein königliches Dekret hin wird sich der Wüstenstaat nunmehr jedoch dem Netz der Netze öffnen. Zur Realisierung des Projektes suchte Saudi-Arabien kompetente Partner und hat sich nach einer internationalen Ausschreibung für die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und das Rechenzentrum der Universität Mannheim (RUM) entschieden.

Die beiden Institutionen kooperieren schon seit längerem in anderen Projekten miteinander und bieten so neben ihrer Kompetenz auch die Gewähr für einen reibungslosen Ablauf. Unter Leitung von Hans-Werner Meuer wird ein Team, bestehend aus Mitarbeitern des Rechenzentrums, dem Leiter der Betriebsgruppe des Baden-Württembergischen Landesforschungsnetzes "BelWue", Peter Merdian, sowie Helmut Merkel und weiteren Mitarbeitern, die Einführung von Internet-Diensten im Königreich Saudi-Arabien planen und begleiten.

Gegenstand der Kooperation sind technische Aufgaben wie der Aufbau des Network Operation Center (NOC), des Network Information Center (NIC) und des Internet-Backbone. Mit einer Marktstudie wird das Team zunächst den Bedarf an Internet-Diensten ermitteln und ein umfassendes Marketing-Konzept entwickeln, wie die Dienste zu finanzieren, zu organisieren und zu betreiben sind. Mitarbeiter des deutschen Projektteams werden zeitweilig auch Aufgaben vor Ort wahrnehmen.

Kontakt: Professor Dr. Hans-Werner Meuer, Leiter der Rechenzentrums der Universität Mannheim, Telefon 0621/292-5258, Fax 06 21/292-5012, mail to: hans-werner.meuerrz.uni-mannheim.de

Förderung durch die EU

EU-weit gibt es zur Zeit 232 Euro-Informationszentren (EIZ), also spezielle Beratungsstellen für Unternehmen. Sie kooperieren untereinander und stehen in engem Kontakt zur Europäischen Kommission in Brüssel. Die EIZ informieren über die Binnenmarktpolitik der EU und helfen bei der Antragsstellung für Ausschreibungen und für Forschungs- und Ausbildungsprogramme. Zum Teil vermitteln sie auch Unternehmenskooperationen. Die Beratungsstellen ermöglichen ebenfalls den Zugang zu den Datenbanken von Echo und Eurobases.

Kontakt: Euro Info Centre/Eric Berlin BAO Berlin - Marketing Service GmbH, 10623 Berlin, Telefon 030/31510-240, Telefax 030/31510-316.

Angelika Fritsche ist freie Journalistin in Bonn.