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25.08.1995

Startschuss fuer den Online-Dienst Microsoft erlaubt vorerst nur 500000 Kunden den MSN-Zugriff

Zeitgleich mit der Auslieferung von Windows 95 faellt der offizielle Startschuss fuer das Microsoft Network (MSN). Mit dem eigenen Online-Dienst schluepft Milliardaer Bill Gates nun in die Rolle des Service-Providers und will sich ebenfalls ein Stueck vom Online-Kuchen abschneiden, den bisher America Online (AOL), Compuserve, Prodigy sowie nationale Anbieter wie die Telekom unter sich aufteilten.

Bereits im Vorfeld hatte der geplante Online-Dienst aus dem Hause Gates Wellen geschlagen, da Konkurrenten wie Compuserve und AOL in der Verbindung von Betriebssystem und Online-Client ein wettbewerbsverzerrendes Verhalten sahen. Zudem grassierte die Furcht, das MSN koennte mit Dumping-Preisen die Kunden scharenweise koedern.

Doch bei der derzeitigen Preisstruktur in Deutschland sind Konkurrenten wie Compuserve (Grundgebuehr zirka 14 Mark inklusive fuenf Stunden Online-Zeit, jede weitere Stunde kostet rund vier Mark, wobei die Preise vom Dollarkurs abhaengig sind) guenstiger als der Online-Dienst aus dem Hause Gates (Grundgebuehr 14 Mark inklusive zwei Stunden, jede weitere Stunde belastet mit 7,50 Mark das Konto). Die hohen Kosten begruendet Microsoft damit, dass der Betrieb des MSN in Deutschland teurer sei als in den USA. Dort verlangt das Unternehmen eine Monatsgebuehr von umgerechnet sieben Mark und laesst sich jede weitere Stunde mit 3,50 Mark vergueten.

Derzeit verfolgt Microsoft eigenen Angaben zufolge eine Reihe von Projekten, um den finanziellen Aufwand zu reduzieren. Diese Einsparungen wolle man an die Kunden weitergeben. Darueber hinaus muessen die deutschen Anwender, die sich hierzulande von Beginn an ueber rund 40 Knoten in den Dienst einwaehlen koennen, noch auf einen kompletten Internet-Zugang verzichten. Zwar arbeitet Microsoft am weltweiten Ausbau des TCP/IP-Netzwerkes, doch in Deutschland wird dieses laut Microsoft erst in der ersten Haelfte 1996 zur Verfuegung stehen.

Ansonsten erwartet den Anwender ein Online-Dienst, der vor allem durch seine formal einheitliche Gestaltung die Bedienung vereinfacht. Der Aufbau der Foren erinnert dabei an die bekannten Programmgruppen aus Windows. Damit sich die User in den verschiedenen Angeboten der einzelnen Anbieter schnell zurechtfinden, schreibt Microsoft den Content-Providern die Gestaltung der Symbole fuer Folder, BBS, Chat-Area etc. verbindlich vor, waehrend die Plazierung auf der Oberflaeche nach eigener Wahl zu gestalten ist.

Darueber hinaus soll das MSN kuenftig als verlaengerter Supportarm der Hersteller dienen und den Anwender, falls er Probleme mit einer Applikation hat, automatisch mit den elektronischen Supportforen verbinden.

Doch in den Genuss der neuen Online-Welt duerfte zu Beginn nur eine Minderheit der Win-95-Benutzer kommen, da Microsoft die MSN- Gemeinde zunaechst auf 500000 Mitglieder limitiert und sich, sobald diese Zahl erreicht ist, eine Zwangspause verordnet hat, in der keine Neuzugaenge moeglich sind. Waehrend die Gates-Company diesen Stop damit begruendet, dass man die Kundenzufriedenheit messen wolle, sehen Insider darin eine Marketing-Massnahme, um den Run auf das MSN anzukurbeln, da die 500000 Mitglieder getreu dem Motto "Wer zuerst kommt, malt zuerst" ins Netz aufgenommen werden. Andere boese Zunge vermuten wiederum, dass womoeglich die Windows NT Server, die im Datenzentrum des MSN installiert sind, den Anforderungen an die Infrastruktur nicht gerecht werden.