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Arbeitstreffen von Computerfrauen zum Thema Computer Integrated:


24.07.1987 - 

Statt CIM den Standort bestimmt

SPRINGE (CW) - Mehr als nur CIM war angesagt: Auf der vierten Tagung des Arbeitskreises "Frauenarbeit und Informationstechnik" der Fachgruppe "Gesellschaftliche Aspekte der Datenverarbeitung" der Gesellschaft für Informatik (GI) Bonn, ging es um die Grundsatzfrage, ob Frauen die neuen Techniken anders handhaben als Männer.

Wichtigste Fragestellung der zweitägigen Veranstaltung war, ob CIM von Frauen anders gehandhabt wird als von Männern. Voraussetzungen für die Diskussion lieferte Fachfrau Eva Köhl, Informatikerin beim Forschungsinstitut für Rationalisierung e.V., Aachen. In ihrem Vortrag definierte sie die computerunterstützten Bereiche in der Planung, Konstruktion und Fertigung anhand der vom Ausschuß für wirtschaftliche Fertigung e.V., Eschborn, formulierten Empfehlungen. CIM ist für sie ein organisatorisches Planungskonzept, mit dem Arbeitsabläufe in Betrieben effizienter gestaltet werden können.

Die Diskussion orientierte sich dann jedoch mehr an grundsätzlichen Problemen im Umgang der Frauen mit den neuen Technologien. Dabei wiesen mehrere Teilnehmerinnen darauf hin, daß der Prozeß des Lernens für sie ohne Männer effektiver sei. Frauen arbeiten ihrer Meinung nach eher kooperativ - im Gegensatz zu den meisten Männern die stark konkurrenzorientiert seien.

Während der zweitägigen Tagung beschlossen die anwesenden Frauen ein Selbstverständnis, "nach dem sich der Arbeitskreis als ein Gremium versteht, das Aktivitäten zum Thema Frauen und Computer koordiniert", wie es die in Springe gewählte Sprecherin Heike Schelhowe aus Bremen formuliert. Zur Zeit ist der Arbeitskreis noch einer Fachgruppe der Gesellschaft für Informatik untergeordnet. Das Bemühen der Frauen geht jedoch dahin, eine eigene, unabhängige Fachgruppe zu organisieren.

Der Arbeitskreis hatte sich vor einem Jahr anläßlich der Tagung zum Thema. Gesellschaftliche Aspekte der Informatik" der Gesellschaft für Informatik in Karlsruhe konstituiert. Zur Zeit sind in dem Arbeitskreis etwa 70 Frauen organisiert, die mit Datenverarbeitung beruflich oder im Studium zu tun haben. Die Ziele für die gemeinsame Arbeit - auf der letzten Arbeitstagung festgelegt - sind in einem Rundbrief an die Mitglieder festgehalten. In Zukunft soll dieses Infoblatt regelmäßig mit einem Protokoll und Ergebnissen der letzten Tagung erscheinen. Demnach sollen Frauen unter ganz spezifischen Aspekten die Herausforderung für sinnvollere menschlichere Technikgestaltung und -einsatz annehmen.

Im Rundbrief zur d(...)ten Tagung formuliert Asha Kachru, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der GI und Mitorganisatorin des AK, was sie für das spezifisch Weibliche im Umgang der Frauen mit der Technik hält. Wesentlich ist ihrer Meinung nach, daß Frauen eher die Frage nach dem Sinn und der Nutzung technischen Fortschritts stellen, als die Männer es tun.

Die Notwendigkeit, sich in einem Arbeitskreis zusammenzuschließen, ergab sich bei den Frauen auch aus der Einsicht, daß man die geringe Anzahl von Frauen in datenverarbeitenden Berufen nur dann steigern könne, wenn Frauen einander unterstützen. Für die Mitarbeiterinnen des Arbeitskreises ist es wichtig, verschiedene Berufsgruppen wie Sekretärinnen und Schreibkräfte, die von der Büroautomation betroffen sind, in die gemeinsame Arbeit einzubeziehen.

Ein weiteres Ziel des Arbeitskreises ist, ein Netzwerk zu schaffen, über das sich die Frauen informieren können. Für die nächste Zeit stehen außerdem noch die Projekte. Frauenarbeit und Informationstechnik", die Erstellung von "Faint", einer Datenbank zu Frauenfragen sowie ein "Benutzerinnen-Beteiligungsprojekt" auf dem Programm.