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05.03.2004 - 

Sinneswandel bei Microsoft

Statt Longhorn kommt Windows XP Reloaded

MÜNCHEN (CW) - Microsoft plant unter dem Namenszusatz "Reloaded" eine erweiterte Version von Windows XP und Office XP. Unbeantwortet bleibt die Frage, ob sich der eigentliche XP-Nachfolger "Longhorn" nochmals verschieben wird.

Bislang hatte es Microsoft abgelehnt, vor der Markteinführung von Longhorn ein weiteres Betriebssystem-Update zu veröffentlichen. Doch die permanenten Verzögerungen in der Longhorn-Entwicklung haben den Konzern offenbar zum Umdenken gezwungen. War die Fertigstellung des XP-Nachfolgers ursprünglich für 2005 vorgesehen, verdichteten sich schon im August 2003 die Hinweise, dass dies nicht zu schaffen ist. Im Oktober letzten Jahres wurde bekannt, dass sich die Entwicklung des neuen, auf SQL-Server-Technik basierenden Dateisystems Windows Future Storage (WinFS) verzögert und Longhorn mit dem bisherigen New Technology File System (NTFS) ausgestattet wird. Veränderungen gab es im Lauf der Zeit auch in der strategischen Ausrichtung. Ursprünglich sollte Longhorn nur Windows XP ablösen, als Nachfolger von Windows Server 2003 war für das Jahr 2006 "Blackcomb" geplant. Später hatte Microsoft angekündigt, mit Longhorn die Server- und Desktop-Entwicklung der Betriebssysteme wieder zusammenführen zu wollen - von der mit Windows 2000 begonnenen Trennung der beiden Linien ist keine Rede mehr.

Inzwischen will man sich bei Microsoft selbst nicht mehr auf ein genaues Lieferdatum festlegen lassen - Analysten sprechen von einer Freigabe Ende 2006 oder gar 2007.

Das nun beschlossene Windows XP Reloaded soll dem für dieses Jahr geplanten Service Pack 2 folgen und das Betriebssystem mit neuen Funktionen ausstatten. Welche Features XP Reloaded tatsächlich haben wird, soll erst feststehen, wenn Longhorn im Laufe der zweiten Jahreshälfte in die ersten Betatests geht.

Mit dem Verweis auf gut unterrichtete Kreise berichtete allerdings das "Windows & .NET Magazine", dass es sich bei der Reloaded-Version nicht nur um ein erweitertes XP handele. Vielmehr werde das System mit neuen Boxen unter einem andern Label in den Handel gebracht und regulär als Voll- und Update-Version angeboten - voraussichtlich bereits Ende 2004 oder Anfang 2005. Das Verfahren ist von Windows ME bekannt, bei dem es sich im Kern um Windows 98 mit einigen Systemerweiterungen handelt. Insofern ließe sich Reloaded auch als Interims-Release bezeichnen, was Microsoft jedoch ablehnt. "Es kommt darauf an, wie man den Begriff Interims-Release definiert", argumentiert Greg Sullivan, der für das Client-Betriebssystem zuständige Manager.

Inzwischen denkt auch die Office-Entwicklung aus Redmond über eine "Reload-Version nach. "Wenn das Windows-Team das Betriebssystem erneuert, legen wir ein zweites Release von Office XP auf", erklärte Gytis Barzdukas, Director of Office Product Management. Ein neues Office-Release sei zum Beispiel sinnvoll, wenn es auf ergänzte Productivity-Funktionen von Windows aufsetzen könne.

Neben solchen technischen Aspekten führen Marktbeobachter einen weiteren Grund ins Feld, weshalb sich Microsoft nun doch zum Einschub eines Zwischen-Release entschlossen hat. Sollte Longhorn erst 2007 auf den Markt kommen, hätten die Redmonder Probleme, die Kunden ihres Lizenzprogramms "Software Assurance" bei der Stange zu halten. Denn dieses rentiert sich nur, wenn mindestens alle drei Jahre ein neues Release zur Verfügung steht, sagen die Analysten von Gartner. Windows XP kam im Oktober 2001, Office XP im Mai 2001 auf den Markt. (lex/ue)