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23.08.1985 - 

Heutige Software sprengt oft Hardwaredimensions

Stau verlagert sich ins Rechenzentrum

Personalkosten würden weiter steigen, Hardware immer preiswerter werden, so hieß es noch vor wenigen Jahren. Reaktion darauf war die Forderung nach benutzerfreundlicher Software für jedermann. Mit ihr sollte der Anwenderstau vor und die Personalaufstockung in der DV-Abteilung gestoppt werden. Als Antwort präsentierte sich die Software der vierten Generation, die nicht nur neue Möglichkeiten der Informationsverarbeitung eröffnet, sondern aus einem Mißverständnis heraus auch viel Arger in den Rechenzentren verursacht.

Als "CPU-Rocker" werden heute Endanwender beschimpft, die mit diesem neuen Werkzeug zusätzliche Rechnerleistung beanspruchen. Die Anwender stauen sich nicht mehr vor den Zimmern der Programmierer, sondern im Rechenzentrum.

Das Mißverständnis: Software der vierten Generation ist so ausgelegt, daß viele Aufgaben, die bisher vom DV-Profi erledigt werden mußten, jetzt schon in der Software "vorgedacht" und vom Rechner dem Benutzer abgenommen werden. Der Mensch-Maschine-Dialog wird zum Maschinen-Dialog. Die Maschine verstummt jedoch, Responsezeiten werden unzumutbar lang, Arbeitsvorgänge unterbrochen, weil der

Rechner an die Grenzen seiner Kapazität stößt.

Viele Unternehmen bleiben bei der Investition in moderne Informationstechnologien auf halbem Wege stecken, weil zwar in neue Software investiert wird, der nötige Hardware-Ausbau aber unterbleibt. Die heutige endbenutzerfreundliche Software sprengt die herkömmlichen Dimensionen der Hardware und verlangt deswegen auch neue Überlegungen in diesem Bereich.

Wenn also der Rechner mit der traditionellen, transaktionsbezogenen DV bei Einführung einer Informationsdatenverarbeitung bereits ausgelastet ist, bietet es sich an, für die IDV-Benutzer (IDV = Individuelle Datenverarbeitung) separate Rechnerleistung zur Verfügung zu stellen, um die erwähnten Probleme von vornherein auszuschließen.

Software der vierten Generation und mangelnde Rechnerleistung schließen sich aus und sind ein Widerspruch in sich. Denn die Vorteile der vierten Software-Generation werden auf Kosten preiswerter Rechnerleistungen erkauft.

Softwarehäuser und -berater machen auf diese wesentliche Grundvoraussetzung von Anfang an aufmerksam. Die Hardware-Anbieter sind aufgefordert, die Lücken zu schließen.

Wolfgang Stumm, Vertriebsleiter Nord, der Comshare AG, Köln.