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03.07.1998 - 

Kauf von Synon soll Komponentenstrategie vorantreiben

Sterling Software: Zwischen Standardsoftware und Java-Hype

"Ich fühle mich wie auf einer Mission", beschrieb Mike Harvey, President der Applications Management Group von Sterling, die Leitmotive für seine Unternehmensgruppe. 38 Quartale in Folge konnte der Umsatz gesteigert werden. Allein sein Bereich, der die Entwicklungs-Tool-Familie "Cool" und die Auswertungs- und Analyseprodukte "Vision" umfaßt, setzte 1997 etwa 180 Millionen Dollar um - eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 37 Prozent. Der Gesamtumsatz von Sterling belief sich auf 489 Millionen Dollar. Zudem habe die Company 600 Millionen in der Kriegskasse, was künftigen Akquisitionen zugute kommen werde, sagte Harvey.

Trotz der guten Zahlen wurde auf der Konferenz in Berlin deutlich, daß sich das Unternehmen mit seinen bislang eher Mainframe- lastigen Produkten zwischen zwei aktuellen Trends befindet: dem stark zunehmenden Einsatz von Standardsoftware zum Beispiel von SAP, Baan und Oracle auf der einen und der Entwicklung kleiner schlanker Anwendungen auf Basis objektorientierter Techniken und der Programmiersprache Java auf der anderen Seite.

Doch diesen Spagat wird das Unternehmen meistern, verspricht Harvey. Man werde sich, wie schon in der Vergangenheit, nach geeigneten Entwicklungspartnern umsehen und die Produktpalette entsprechend ergänzen. Für die Integration mit Standardpaketen werden weitere Schnittstellen-Standards unterstützt. Zudem setze man mit der Cool-Produktfamilie voll auf Komponentenentwicklung (Component based Development = CBD).

Dazu gehörten mit "Cool:Biz" ein Analyse- und Modellierungswerkzeug, ferner mit "Cool:Enterprise" ein OS/2-basiertes Werkzeug, um Client-Server-Anwendungen zu realisieren sowie, die Entwicklungsgeneratoren "Cool:Gen" und "Cool:Jex". Ersteres eignet sich für die Erstellung von prozeduralen Applikationen. Cool:Jex ist für die objektorientierte Entwicklung gedacht. Das Tool unterstützt die Unified Modelling Language (UML) und erzeugt C++-Code. Geplant ist daneben Cool:Jex 4.0, Codename "Aspen", mit dem Anwender die Möglichkeit haben sollen, komponentenbasiert zu entwickeln und Java-Programme zu erzeugen. Das Tool ist in Kürze verfügbar.

Harvey erklärte, daß viele Anwenderunternehmen und insbesondere Sterling-Kunden die Möglichkeit, Komponententechniken einzusetzen zwar auf dem Papier forderten, doch in der Praxis kaum nutzen würden: "Anwender werten Java-Tools immer noch als Spielkram ab." Das werde sich aber über kurz oder lang ändern.

In puncto Zukauf landete Sterling seinen größten Coup, als man sich im vergangenen Jahr die Software-Abteilung von Texas Instruments (TIS) einverleibte. Die Integration der Mitarbeiter und der Produkte sei mittlerweile abgeschlossen. Das Tool "Information Engineering Facility" (IEF) von TIS ist derweil in Sterlings Cool:Gen aufgegangen. Die Deutsche Telekom arbeitet seit rund zehn Jahren mit den Werkzeugen. Rund 500 Entwickler erstellen Anwendungen für das Personal- und Finanz-Management sowie für die Abrechnung.

Neueste Errungenschaft ist seit letzter Woche die Synon Corp. Der Anbieter von modellbasierten Entwicklungsbausteinen für die AS/400 und Windows NT wird für 79 Millionen Dollar in Aktien übernommen. Synon soll mit seinen Objektbibliotheken und Modellen die Komponentenstrategie von Sterling ergänzen.