Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

26.11.1976 - 

10 000 verschiedene Behördenformulare

Steuerberater müssen abschreiben, weil Einheitsvordruck fehlt

MÜNCHEN - Rund 10 000 verschiedene behördliche Formulare müssen unter Umständen in einem Unternehmen ausgefüllt werden. Der Papierkrieg erfordert pro Mitarbeiter mehr als fünf Stunden im Jahr. Das rechnete die Zeitschrift "Bayerns Holz- und Kunststoffindustrie" aus. Ein mittelständisches Unternehmen klagte: 24 Behörden und öffentliche rechtliche Organisationen vom Arbeitsamt bis zum Zollamt verlangten Statistiken und statistikähnliche Meldungen. Allein die Personalabteilung müsse 29 verschiedene Meldungen, Bescheinigungen und Verzeichnisse ausfüllen.

Dreimal dasselbe gefragt

Die Vielzahl der Formulare führt zwangsläufig zu unnötiger Mehrfacharbeit: In Bayern mußten die Unternehmen innerhalb weniger Monate dem Wirtschaftsministerium, der Arbeitsverwaltung und einem vom Bund beauftragten Institut inhaltlich weitgehend gleiche Fragen nach dem Angebot an Ausbildungsplätzen beantworten.

Von der Datenverarbeitung ist nur begrenzte Hilfe zu erwarten: Die Datev beispielsweise kann zwar ab 1977 die für den Lohnsteuerjahresausgleich erforderlichen Berechnungen durchführen, muß die Ergebnisse aber auf neutrales Papier ausdrucken, weil sie zwangsläufig nur ein einheitliches Druckprogramm fahren kann. Die eigentlichen Antragsformulare füllt der Steuerberater an Hand der Datev-Vorlage manuell aus - weil überall in Bundesrepublik zwar das gleiche Gesetzt gilt, die Länder aber unterschiedliche Antragsformulare haben.

Eine Besserung ist nicht in Sicht: In seinem Geschäftsbericht stelle der Verband der Bayerischen Chemischen Industrie fest: "Auf die Unternehmen stürmt eine solche Fülle neuer gesetzlicher Regelungen ein, daß sich ein gewisser Fatalismus breitmacht," -py