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16.09.1977 - 

Markiger Kommentar der Kammer:

Steuerberater wähnen RZ - Bataille gewonnen

MÜNCHEN - Für die Steuerberaterkammer München ist die Prozeßfolge gegen Rechenzentren, die mit dem Buchführungsprivileg der Steuerberater in Konflikt kommen, bereits gelaufen: "Die eingelegten Verfassungsbeschwerden werden entweder nicht angenommen oder in der Sache keinen Erfolg haben", trumpft Dr. Josef Cichon, Geschäftsführer der Steuerberaterkammer München, auf. "Das Urteil soll Cichon den Verfassungsrichtern überlassen", kontert kühl Kontrahent Josef Platt vom Tegernseer Büroservice (TBS).

In einer scharf formulierten Stellungnahme zum Stand der Fehde, über die die Computerwoche mehrfach berichtet hat (siehe Seite 2 dieser Ausgabe), holte die Körperschaft des öffentlichen Rechts nun zum verbalen Rundumschlag aus: Bei dem Münchener Steuerberater und Rechtsbeistand Dipl.-Kfm. Dr. Alfred J. Brunnmeier, dessen aufsehenerregende Expertise zur "laufenden Buchführung und Buchführungstätigkeit nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung" von den Rechenzentren argumentativ zitiert worden war, vermutet die Kammer gar das "Fehlen grundsätzlicher Kenntnisse". Weil Brunnmeier das mit vielen Quellen abgesicherte Fazit zog, "ob der Zulassungszwang bezüglich kontierender Buchführungstätigkeit nicht im Widerspruch steht zum Grundrecht der Berufsfreiheit", verdächtigt ihn die Steuerberaterkammer, er "macht sich zu einem Werkzeug von Personen, die über eine Hintertür das erreichen möchte, was sie auf normalem Weg offenbar nicht erreicht haben, nämlich zur Steuerberatung zugelassen zu werden".

Brunnmeier: "Cichon hat nicht verstanden, worum es bei meiner Arbeit ging". Für die Rechenzentren wird die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs zu einer Überlebensfrage, meinen jedenfalls die in der Aktionsgemeinschaft der Buchhalter, Datenerfassungs - und - verarbeitungsbetriebe e. V. (AGB) verbündeten RZ - Chefs Platt und Andreas Mayer. Nach Platts Schätzung sind von dieser "Entscheidung etwa 80 Prozent aller existierenden Rechenzentren" betroffen. Daß sich die Bataille gegen die Steuerberater auch umgehen läßt, demonstriert Platt selbst: Mit einem Steuerberater gründete er vor wenigen Wochen die "TBS - Buchführungsgesellschaft mbH Steuerberatungsgesellschaft", die nun alles darf, was Platts Rechenzentrum in Alleingang untersagt war: Unkontierte Belege verarbeiten.