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30.07.1976

Steuerberater wollen nicht die Fehler der Finanzämter suchen

HANNOVER - "Bis zu 20 Prozent ihrer gesamten Arbeitszeit müssen die

Steuerberater entschädigungslos aufwenden, um die Fehler aufzuklären die den Finanzämtern nach Umstellung auf EDV unterlaufen", kritisiert der Verband der steuerberatenden Berufe in Niedersachsen.

"Wir begrüßen die Automation und sind bereit, kurzfristig Anlaufschwierigkeiten hinzunehmen - aber wir werden uns entschieden gegen eine Mehrbelastung mit Arbeiten aus Fehlern, die längst abgestellt sein könnten", heißt es in einer Entschließung, die die Delegierten des niedersächsischen Verbandes bei der letzten Hauptversammlung faßten.

26 000 falsche Mahnungen

"Der einzelne Steuerpflichtige wird beschwichtigt - aber unsere Besprechungen haben gezeigt, daß die Fehler in die Breite gehen", berichtet Verbandsgeschäftsführer H. Nusser. "Der niedersächsische Finanzminister Leisler Kiep hat inzwischen zugegeben, daß die Zahl der Fehler viel zu groß ist. Allein ein einziges Finanzamt in Hannover hat etwa 26 000 falsche Mahnungen hinausgeschickt."

Der Hauptfehler liegt nach den Feststellungen der Steuerberater darin, daß die Finanzämter beim Übergang auf DV "ohne gründliche Vorbereitung gleich Gesamtlösungen anstreben". Ihre wichtigste Forderung lautet deswegen: "Vor der Umstellung auf EDV muß der Kontostand mit dem Steuerpflichtigen abgestimmt werden." Weil diese Abstimmung fehlt und die Finanzverwaltung "irgendwie saldierte Daten erfaßt und dann loslegt", kommt es zu zahlreichen Fehlern und Meinungsverschiedenheiten. Da die Ämter die Flut der daraufhin eingehenden Briefe nicht bewältigen, werden - so stellte der Verband fest - die Richtigstellungen kurzerhand nicht beachtet.

Außer einer Abstimmung vor der Datenerfassung fordern die Steuerberater, daß bei Einwendungen nach der ersten maschinellen Buchung eine Abstimmung unverzüglich nachgeholt werden müsse, daß die einer Zahlung beigefügten Mitteilungen zu beachten seien und daß vor der Sollbuchung von Lohn- und Umsatzsteuern eine Kontrolle per Additionsstreifen bei den Finanzämtern durchzuführen sei. -py