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13.07.1990 - 

Genossenschaft entscheidet sich gegen XOpen und für OS2

Steuerreform bremst das Umsatzwachstum der Datev

NÜRNBERG (see) - Hohe Betriebsaufwendungen und die Steuerreform haben der Datev e.G. im Geschäftsjahr 1989 Gewinneinbußen und einen verlangsamten Umsatzanstieg beschert, stellte der Vorstandsvorsitzende Heinz Sebiger in Nürnberg fest.

Der Jahresüberschuß der Steuerberater-Genossenschaft betrug 32,9 (1988: 65,4) Millionen Mark, der Umsatz stieg um 6,7 Prozent auf 535,5 Millionen Mark. In den Jahren zuvor war die Steigerungsrate jeweils zweistellig gewesen. Sebiger erklärte die Entwicklung unter anderem mit dem Genossenschaftsgesetz, das verlangt, Rationalisierungsergebnisse an die Mitglieder weiterzugehen. So koste eine Buchungszeile inzwischen nur noch 3,9 anstatt 5,5 Pfennig wie zur Anfangszeit 1966.

Außerdem habe die Steuerteform 1990 zur Verlagerung von Erlösen in das neue Geschäftsjahr geführt: Einzelne, nicht an Gesetzestermine gebundene Programme hätten 1989 nicht mehr angeboten werden können, da zuerst die von der Reform betroffenen Dienstleistungen umgestellt werden mußten. Der Umsatz in den ersten fünf Monaten 1990 liegt nach Sebigers Angaben um 16 Prozent über dem vom Vergleichszeitraum im Jahr 1989; die Steigerungskurve werde sich jedoch bis zum Jahresende wieder abflachen.

Der Betriebsaufwand stieg im Geschäftsjahr 1989 um über 15 Prozent auf gut 502 Millionen Mark und damit wesentlich schneller als das Geschäftsvolumen. Die Anlageninvestitionen beliefen sich auf 53,8 Millionen Mark; sie konnten in voller Höhe aus dem Cash-flow finanziert werden. Auch in diesem Jahr soll das geplante Investitionsvolumen in Höhe von 76 Millionen Mark erneut weitgehend eigenfinanziert werden.

Datev peilt 1990 wieder eine Steigerung des Geschäftsvolumens um zehn bis elf Prozent an; der Zuwachs beim Aufwand soll diesen Rahmen nicht übersteigen. Diese Ziele hängen laut Sebiger aber noch von einigen Unwägbarkeiten ab, die sich aus der Erschließung des Geschäftsgebietes DDR ergeben würden. Bis Juni 1990 seien bereits über 100 Mitglieder aus der DDR der Genossenschaft beigetreten.

Auf der Produkte- und Technologieseite strebt Datev unter anderem die Vernetzbarkeit der Kanzleiprogramme, eine einheitliche Benutzeroberfläche und die ausschließliche Entwicklung aller Programme in der Sprache C an. Die Genossenschaft hat sich für die Unterstützung von OS/2 anstelle des X/Open-Standards als dem Betriebssystem der Zukunft entschieden. Ein weiteres Ziel ist Sebiger zufolge die Nutzung von ISDN als Trägernetz der Datev-Programme.