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24.05.2007

Steuerzahler sollen das Galileo-Projekt retten

Nachdem das Industriekonsortium Esnis EU-Auflagen nicht erfüllte, sollen die Bürger zahlen.

Europas Weg zum eigenen satellitengestützten Navigationssystem erweist sich weiter als steinig. Nachdem der ursprüngliche Galileo-Start bereits von 2008 auf 2012 verschoben wurde, drohen jetzt neue Verzögerungen.

Das Konsortium European Satellite Navigation Industries (Esnis), das in einer öffentlich-privaten Partnerschaft das rund vier Milliarden Euro teure Projekt realisieren sollte, ließ ein EU-Ultimatum zur Erfüllung wichtiger Aufgaben verstreichen. Angesichts dieses Verhaltens sowie Zeitverzögerungen, Kostenüberschreitungen und Uneinigkeiten in dem privaten Konsortium überlegt die EU nun, ob sie den Aufbau des Systems nicht selbst finanziert. Dabei müssten wohl 2,4 Milliarden Euro aus Steuermitteln finanziert werden. Die EU hofft, so den Starttermin 2012 noch halten zu können.

Angesichts der jüngsten EU-Überlegungen bangen die an Esnis beteiligten Firmen nun um ihre Milliardenaufträge. Scheinheilig fordern sie, dass es bei der vereinbarten Aufgabenverteilung bleiben sollte, wenn man nicht eine weitere Verzögerung von mindestens einem Jahr in Kauf nehmen wolle. Größter Einzelaktionär von Esnis ist EADS Astrium mit 38 Prozent. Daneben sind unter anderem noch Alcatel, Thales und indirekt die Telekom mit von der Partie.

Galileo versus GPS

Im Gegensatz zum 1995 offiziell vom US-Verteidiungsministerium in Betrieb genommenen GPS ist Galileo von vornherein für kommerzielle, zivile Zwecke konzipiert. Hierzu wird das System fünf verschiedene Serviceklassen offerieren, die sich in ihrer Signalqualität unterscheiden. Der kostenlose Dienst "Open Service" ist für den Massenmarkt mit Anwendungen wie Autonavigationssystemen gedacht. Er soll mit einer Genauigkeit von etwa einem Meter aufwarten. Im Zentimeterbereich arbeitet dagegen der "Commercial Service".

Eine Entscheidung über die weitere Zukunft von Galileo wollen die EU-Verkehrsminister am 7. und 8. Juni fällen. (hi)